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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
118
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dieß das Begehrende, welches doch sowohl dem Begriff als demVermögen nach von allen verschieden ist. Ueberhaupt scheint eswidersinnig, eine Trennung vorzunehmen; im Vernünftigen ist jaauch das Wollen und andererseits im Unvernünftigen die Begierdeund der Eifer; und seht man drei Theile der Seele, so wirdman in jedem den Trieb haben. Und nun weiter, wie ist eshinsichtlich der Frage, welche wir jetzt zu entscheiden haben: wasist dasjenige, wodurch das Thier örtlich bewegt wird? Man sollteglauben, die Bewegung, welche sich auf Wachsen und Abnehmenbezieht, werde, sofern sie allen zukommt, auch von demjenigenTheil hervorgebracht, welcher allen zukommt, nemlich vom Erzeu-genden und Ernährenden; was Aus- und Einathmen, Schlafenund Wachen betrifft, so wollen wir dieß ein andermal untersuchen,denn auch diese Punkte bieten nicht geringe Schwierigkeiten dar.Zunächst liegt uns die Frage vor hinsichtlich der örtlichen Bewe-gung: was ist dasjenige, wodurch das Thier zum Gehen bewegtwird? Daß es nicht das ernährende Vermögen ist, ist klar, diegenannte Bewegung hat ja immer einen gewissen Zweck und istentweder mit Vorstellung oder Trieb verbunden, denn nichts be-wegt sich, ohne etwas zu begehren oder zu fliehen, abgesehen vongewaltsamer Bewegung. Und zudem müßten dann auch diePflanzen die Fähigkeit dieser Bewegung haben und müßten einGlied besitzen, welches ihnen als Werkzeug zu dieser Bewegungdiente. Ebenso ist es auch nicht das Wahrnehmende; denn esgibt ja viele Thiere, welche Wahrnehmung besitzen, dabei aber andemselben Ort beharren und durchaus unbeweglich sind. Nunaber setzen wir voraus, daß die Natur nichts umsonst hervorbringtund nichts von dem Nothwendigen versäumt, außer beim Ver-stümmelten oder Unfertigen (hier aber reden wir von vollständigausgebildeten, nicht verstümmelten Thieren, wofür der Beweisdarin liegt, daß sie Zeugungsfähigkeit und Wachsthum und Ab-nahme besitzen), woraus sich die Notwendigkeit ergibt, daßauch solche Glieder vorhanden seien, welche als Werkzeuge zumGehen dienen. Allein auch das Vernünftige, das, was manGeist oder Vernunft nennt, ist nicht das Bewegende; denn waseinmal den betrachtenden Geist betrifft, so ist der Inhalt seines