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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
117
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ein Werk deS Denkens und der sinnlichen Wahrnehmung ist, dasandere ist das, welches die Ortsbewegung hervorbringt. Diebisher gegebenen Bestimmungen nun beziehen sich auf Wahrneh-mung und Denken, was aber das Bewegende betrifft, so erhebtsich die Frage: was von der Seele dasselbe eigentlich ist, ob esein einzelner Theil der Seele ist, der für sich getrennt cxistirt derGröße oder dem Begriff nach *), oder ob es die ganze Seele ist,und wenn ein Theil, ob ein ganz besondrer, eigenthümlicher nebendenjenigen, welche gewöhnlich genannt werden und welche auch vonuns genannt worden sind, oder einer von eben diesen. Es ent-steht aber hier gleich eine Schwierigkeit hinsichtlich der Frage:wie man von Theilen der Seele sprechen soll und wie viele der-selben sind. Denn man kann eigentlich sagen, es gebe unendlichviele, und es ist nicht richtig, wenn Manche 2) die Sache dahinbestimmen, daß man einen vernünftigen, einen eifrigen (muthigen)und einen sinnlich begehrenden Theil unterscheiden müsse, oderauch einen vernünftigen und unvernünftigen, denn wenn man solcheunterscheidende Merkmale zu Grund legt, wie hier geschieht, sowird man noch andre Theile finden, die noch mehr von einanderunterschieden sind als die genannten Theile, von welchen auch be-reits gesprochen worden ist, nemlich das Ernährende, welches denPflanzen, wie sämmtlichen Thieren zukommt, und das Wahrneh-mende, welches man doch nicht wohl als vernünftig und ebensowenig als unvernünftig bezeichnen kann. Dazu kommt noch dasVorstellende, welches dem Sein nach von allen verschieden ist undhinsichtlich dessen sich daher schwer sagen läßt, mit welchem vonden genannten es identisch oder von welchen es verschieden sei,wenn man getrennte Theile der Seele annehmen wollte. Ueber-

So daß wirklich zwei Theile neben einander sind, jeder für sich agirend,oder so, daß wenigstens die Abstraktion des einen vom andern möglich ist, wennsie auch in und mit einander sind.

Dieß bezieht sich aus die Trichotomie Plato's, s. Lop. IV. S. 440 f,Plato unterscheidet zunächst einen vernünftigen und unvernünftigen (sinnlich begeh-renden) Theil, zwischen beide aber schiebt er einen dritten ein, den Muth oderEifer, Avzeöx, SvzeoktäU, welcher dem vernünftigen Theil Hilst, sofern er nichtvon schlechter Lebensweise verderbt ist. Diese drei Theile entsprechen den dreiStänden im Staat: dem erwerbenden, ausführenden und berathenden,