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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
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nannte, nemlich süß und warm, sind Eins vermöge der Analogieund der Verhältnißbestimmung, welche zwischen ihnen und dembetreffenden Gegentheil stattfindet'). Es kann nemlich kein Unter-schied sein zwischen der Frage, wie das nicht Gleichartige undder, wie das Entgegengesetzte, z. B. das Weiße und das Schwarzeunterschieden werden. Nehmen wir also an, wie L., dasWeiße, sich verhält zu U, das Schwarze, so verhält sich 0zu v; dieß kann man natürlich auch umkehren, so daß -4 : 0Ü: v. Wenn nun 61) in dem Einheitlichen sein können, sowird es das gleiche Verhältniß sein, wie wenn L.8 darin sind,es ist dieß eigentlich dasselbe, wenn auch das Sein beider Ver-hältnisse nicht dasselbe ist. Dasselbe Verhältniß ist es, wenn A. das Süße wäre, U das Weiße.

Die Formen nun denkt das denkende Organ bei den Vor-stellungen und je nachdem bei den letzteren ihm das Begehre'ns-werthe oder Verabscheuungswerthe sich festgestellt hat, so wird esauch außerhalb der Wahrnehmung bewegt, wenn es mit den Vor-stellungen sich beschäftigt, wie z. B. wer das Feuerzeichen wahr-uimmt, durch die Bewegung desselben, die er sieht, erkennt, daßder Feind da ist ^). Bisweilen auch geschieht es, daß das Denkenin Folge der in der Seele befindlichen Vorstellungen oder Gedan-ken, wie durch ein Sehorgan, das Zukünftige überlegt und be-schließt, in seinem Verhältniß zur Gegenwart, und wenn es sagt:da und da ist das Angenehme öder Unangenehme, so flieht odereilt es da und dahin und so überhaupt im Handeln. Was aberdasjenige betrifft, was nicht mit Handlung verbunden ist, nemlichdas Wahre und Falsche, so ist dieses der Gattung nach gleichmit dem Guten und Schlechten, der Unterschied aber liegt darin,daß das Wahre und Falsche schlechthin an und für sich gilt, wäh-rend das Gute und Schlechte eine subjektive Beziehung hat. Dieabstrakten (mathematischen) Begriffe aber denkt das Denken, wiewenn es das Stumpfnasige denkt: sofern es das Stumpfnasigedenkt, nicht getrennt, sofern es aber das Stumpfe denkt (falls es

Süß : bitter warm : kalt.

2) Ein Beispiel dafür, wie sich aus der rein sinnlichen Wahrnehmung dieVorstellungen und Begriffe des zu Fliehenden ergeben.