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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
111
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den auch die einzelnen Gedanken zusammengesetzt, wie z. B. dasInkommensurable und der Durchmesser oder das Commeusurableund der Durchmesser. Bezieht sich aber das Denken auf Ver-gangenes oder Zukünftiges, so besteht die Zusammensetzung darin,daß die Zeit hinzugcdacht wird. In der Zusammensetzung liegtnemlich immer das Falsche; so könnte das Denken wohl auch dasWeiße als nicht-weiß gedacht mit dem Nicht-weißen als weiß ge-dacht zusammensetzen. Man kann aber hier überall auch den

AusdruckTrennung" anweuden '). Es bezieht sich aber immerdas Wahre und Falsche nicht bloß darauf, daß z. B. Kleon weiß

ist sondern auch darauf, daß er es war oder sein wird. Im-

mer aber ist es die Vernunft, welche das Einzelne zu einer Ein-heit verbindet. Das Einfache nun ist doppelt zu verstehen, alsPotenziell und als aktuell und deßwegen kann man ganz wohldas Trennbare als untrennbar denken, wenn man z. B. die Längedenkt (diese ist nemlich aktuell untrennbar), und in ungetrennterZeit; denn auch die Zeit ist gerade wie die Länge, sowohl trenn-bar als untrennbar 2). Man kann nun aber dabei nicht sagen,

was man in jeder Zeithälfte gedacht hat, denn abgesehen von der(in Gedanken vollzogenen) Trennung ist die Trennung nur poten-ziell vorhanden. Wenn man aber jede der Hälften für sich be-sonders denkt, trennt man eben damit auch die Zeit und behan-delt sie dann in ähnlicher Weise wie die Längen. Und wenn dasDenken so zu sagen zwei Theile hat, so geschieht es auch in einergleicherweise getheilten Zeit. Was aber nicht quantitativ, sonderndem Begriff nach nntheilbar ist, wird gedacht in untheilbarer Zeit,und mit einem untheilbaren Organ der Seele, in accidentelleri Weise aber und nicht sofern die Begriffe eins sind, ist das, wo-durch die Seele denkt und die Zeit, in welcher sie denkt, theilbar;es liegt allerdings auch hierin etwas Untheilbarcs, aber vielleichtist das, was Zeit und Länge zu einer Einheit macht, nicht vondiesen getrennt. Und ähnlich verhält es sich bei Allem, was der

Sofern die Gedanken zunächst getrennt sind und nun vereinigt werden

müssen.

2) Zeit und Körper können in ihren einzelnen rheile» und als iktn Ganzes,«ine Einheit gedacht werden.