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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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dann ist sie allein das, was ihr Wesen ist und dieses allein istunsterblich und ewig. Erinnerung aber haben wir nickt, weil diethätige Vernunft nicht leidend, die leidende Vernunft aber ver-gänglich ist und ohne die letztere kein Denken stattfindct >).

Sechstes Kapitel.

Die Gegenstände der Vernunft, das Wahre und Falsche.

Das Denken des Untheilbaren, Einfachen, beschäftigt sich mitdemjenigen, hinsichtlich dessen Täuschung nicht stattfindet, wo abersowohl Täuschung als Wahrheit ist, da ist sofort eine Zusam-mensetzung von Denkakten zu einer Einheit, wie wir dicß auchbei Empedokles finden, wenn er sagt:Wo bei Vielen die Schläfeauch ohne die Hälse erwuchsen," dann aber werden die ein-zelnen Theile zusammengesetzt durch die Freundschaft?). So wer-

in sich, weil sie eigentlich die göttliche Vernunft ist; das Potenzielle Wissen, dasWissen als Vermögen, ist im einzelnen früher als das aktuelle Wissen, im Lanzenaber nicht, sowohl dem Begriff nach <weil das dem Werden nach Spätere begrifflichdaS Frühere ist), als auch der Zeit nach, weil es erst im einzelnen zum potenziellenWissen wird; dem potenziellen Wissen aber entspricht die leidende Vernunft, sofernsie auch nicht immer thätig ist.

>) Dieß gegen die platonische Lehre von der Erinnerung der Seele an daspräexistente Sein. Eine solche Erinnerung ist nicht möglich, weil die thätige Ver-nunft, welche ewig ist, keine Eindrücke empfängt, die leidende Vernunft aber nichtewig ist.

Zu der ganzen Lehre des Arist. von der thätigcn und leidende» Vernunftvgl. Zeller II. 2, S. 440 f.Die thätige Vernunft ist nicht allein das Gött-liche im Menschen, sondern sie ist der Sache nach von dem göttlichen Geist selbstnicht verschieden. Andrerseits aber ließ sich freilich der außerweltliche göttlicheGeist nicht wohl als die dem Einzelnen inwohnende und mittelst der Zeugung insie übergehende Vernunft, als ein Theil der menschlichen Seele bezeichnen. Abereine Lösung dieses Widerspruchs suchen wir bei Arist. vergeblich und ebenso wenigerhalten wir über die Natur der leidenden Vernunft nähere Aufschlüsse. Wenndaher in der Folge die Ansichten über den Sinn der Aristotelischen Lehre von derdoppelten Vernunft weit auseinandergiengen, so erklärt sich dieß aus der Unmög-lichkeit, sie mit sich selbst vollständig in Einklang zu bringen, zur Genüge."

2) Dieß bezieht sich übrigens bei Emped. nicht auf das Denken, sondern aufdie Entstehung von Menschen und Thieren, deren einzelne Lheilc zuerst einzeln aushem Boden erwuchsen. S. Zeller 1 ^ S4S (bS7>.