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im letzteren Fall wird nur das erste Feuchte ') gefühlt, wie wennman etwas stark Schmeckendes vorher kostet, ehe man etwas An-deres schmeckt, und so ist es ähnlich, wenn den Kranken Allesbitter vorkommt, weil ihre Zunge, mit welcher sie wahrnehmen,voll von solcher eigenen Feuchtigkeit ist. — Was die verschiedenenArten des Geschmacks betrifft, so sind diese (wie es auch bei denFarben ist) theils schlechthin einander entgegengesetzt, so das Süßeund das Bittere, theils schließen sie sich an diese Gegensätze an,so das Fettige an das Süße, das Salzige an das Bittere; inder Mitte zwischen diesen stehen dann das Beißende, Herbe, Saureund Scharfe; dieß scheinen ungefähr die verschiedenen Arten desGeschmacks zu sein. — So ist also der Geschmack dasjenige, wasder Potenz nach diese bestimmte Beschaffenheit hat, der Gegen-stand des Geschmacks aber ist dasjenige, welches die letztere aktuellhervorbringt.
Eilftes Kapitel.
Vom Tastsinn.
Was nun das Tastbare betrifft, so hat es mit diesem die-selbe Bewandtniß wie mit dem Tastsinn selbst; ist nemlich derTastsinn nicht ein einziger Sinn, sondern eine Mehrheit vonSinnen, so muß es auch ein mehrfaches Tastbare geben alsGegenstand des Tastsinns. Es ist nun aber hier eben die Frage,ob man mehrere Sinne anzunehmen hat oder bloß Einen undwas eigentlich das Sinnesorgan ist, welches fähig ist, das Tast-bare zu tasten, nemlich ob es das Fleisch ist (und bei andernThieren^) der analoge Theil) oder nicht, — oder ob vielmehrdas Fleisch nur das Medium ist, während das eigentliche Sinnes-organ etwas Anderes, innen Liegendes wäre. — Ferner nimmtman an, daß jeder Sinn einen einfachen Gegensatz in sich begreift,also das Gesicht den Gegensatz von weiß und schwarz, das Gehör
>> Welches auf der Zunge schon vorher war, vor der Berührung mit demäußeren Schmeckbare».
2) Welche kein eigentliches Fleisch haben, wie r- B. die Insekten.