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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
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unbedeckt ist, hat es bei den Thieren, welche Luft einnehmen, einenDeckel, welcher beim Athmen aufgedeckt wird, indem nemlich dieAederchen und die Vermittlungsgänge sich erweitern- Und dießist auch der Grund, weßhalb die athmenden Thiere im feuchtenElement nicht riechen, sie müssen nemlich Athem einziehen, umzu riechen, und dieß können sie im Wasser unmöglich. Wieaber der Geschmack dem Feuchten zukommt, so der Geruch demTrockenen und dem entspricht auch oie Potenz des Riechorgans.

Zehntes Kapitel.

Vom Geschmack.

Das Schmeckbare ist eine Art von Tastbarem und dieß istdie Ursache davon, daß es nicht wahrnehmbar ist vermittelst desMittleren, welches ein fremder Körper wäre; denn dieß ist auchbeim Tastsinn nicht der Fall. Der Körper aber, in welchem derGeschmack 0 sich befindet, das Schmeckbare, ist im Feuchten alsseiner Materie, dieses Feuchte aber ist etwas Tastbares. Darumwürden wir, auch wenn wir im Wasser wären, es wahrnehmen,wenn man das Süße hineinwcirfe, die Wahrnehmung würde unsaber nicht vermittelt durch das Medium, sondern sie gienge da-durch vor sich, daß das Süße mit dem Wasser vermischt würde,wie es beim Trinkbaren geschieht. Dagegen die Farbe wird nichtauf diese Weise, durch eine Mischung, gesehen, aber auch nichtdurch Ausströmungen 2). Es ist also kein Mittleres anzunehmen,sonst aber ist der Geschmack der Dinge das Schmeckbare, geradewie die Farbe das Sichtbare. Was aber die Wahrnehmung desGeschmacks hervorbringt, ist einzig und allein die Feuchtigkeit, dasSchmeckbare hat actuell oder potenziell^) Feuchtigkeit in sich, wiez. B. das Salzige: dieses ist nicht bloß selbst leicht lösbar, son-dern ist auch fähig, die Zunge zu lösen. Nun ist es beim Ge-

>)Geschmack" das, ivaS geschmeckt wirb, vxx.Geschmackssinn",

>) Wie Demokrit annimmt.

lls Je nachdem die Lösung schon uor sich geht oder erst vor sich gehen soll,