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daß der Geruchssinn in Analogie stehe zum Geschmackssinn, unddaß die Arten der Speisen den verschiedenen Gerüchen entsprechen,allein der Geschmack ist bei uns viel schärfer, weil er eine Artvon Tastsinn ist, der Tastsinn aber ist bei dem Menschen amvollkommensten ausgebildet; während nemlich der Mensch hinsicht-lich der übrigen Sinne hinter vielen Thieren zurücksteht, ist beiihm der Tastsinn weit schärfer und genauer als bei den übrigenThieren. Darum ist er auch das verständigste unter den Thieren;der Beweis hiefür liegt darin, daß unter den Menschen eben die-ses Sinnesorgan und nichts Anderes es ist, worauf der Unter-schied von gut und schlecht Begabten sich gründet; diejenigenMenschen nemlich, welche ein hartes Fleisch haben, sind auchgeistig wenig begabt, diejenigen aber, die ein weiches Fleisch haben,haben gute geistige Anlagen.
Wie nun der Geschmack theils ein süßer, theils ein bittererist, so ist es auch beim Geruch. Allein während manche Dingehinsichtlich des Geruchs und Geschmacks einander entsprechen, —ich meine so, daß sie einen süßen Geruch und einen süßen Ge-schmack haben, — so ist bei andern das Gegentheil der Fall.Ebenso gibt es nun auch einen herben und einen bitteren, einenscharfen und einen fettigen Geruch. Allein weil, wie oben gesagt,die Gerüche nicht eben so vollkommen deutlich und bestimmt sind,wie die verschiedenen Geschmäcke, so haben die ersteren von denletzteren den Namen erhalten, da ja auch die Sache selbst sichbei beiden ähnlich verhält, man spricht daher von einem süßenGeruch, wie beim Krokus und beim Honig, und wieder von einemherben, wie beim Thymian und ähnlichen Dingen, und ebenso istes auch bei den andern Arten.
Derselbe Unterschied wie bei den übrigen Sinnen findet nunauch statt beim Geruch. Wie nemlich beim Gehörsinn Hörbaresund Unhörbares zu unterscheiden ist, beim Gesichtssinn Sichtbaresund Unsichtbares, so beim Geruchssinn Riechbares und Unriech-bares. Unriechbar ist etwas theils, weil es durchaus keinen Ge-ruch haben kann, theils weil es einen geringen und schwachen Ge-ruch hat. Ebenso verhält es sich auch bei dem Unschmeckbaren.— Es wirkt aber auch der Geruchssinn durch ein Mittleres,