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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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Was aber das wahrzunehmcn Fähige betrifft, so kommt ihmdie erste Veränderung zu durch das Erzeugende, sobald es abergezeugt ist, hat es sofort gewissermaßen Wissen und Wahrneh-mung. Und das aktuelle Wahrnehmen ist in derselben Weise zuverstehen, wie das Betrachten, der Unterschied ist nur der, daßbei dem ersteren dasjenige, wodurch die Aktualität bewirkt wird,von außen kommt, nemlich der sichtbare und hörbare Gegenstandund überhaupt alles, was Gegenstand der sinnlichen Wahrneh-mung sein kann. Hievon liegt die Ursache darin, daß die aktuelleWahrnehmung auf das Einzelne geht, das Wissen aber ans dasAllgemeine, das letztere aber ist irgendwie in der Seele selbst.Deßhalb ist das Subjekt im Stand zu denken, sobald es will,wahrnehmen aber kann es nicht ohne weiteres, hiezu muß noth-wendig ein Gegenstand vorhanden sein, auf welchen sich die Wahr-nehmung bezieht. Und ebenso verhält es sich in den Wissen-schaften, die sich ans die Gegenstände der Wahrnehmung beziehenund zwar aus derselben Ursache, weil nemlich die Gegenständeder Wahrnehmung Einzelndinge und äußerlich sind. Doch umhierüber nähere Bestimmungen zu geben, wird sich wohl noch einandermal passende Gelegenheit darbieten. Für jetzt soll nur sovielgesagt sein: das Potenzielle ist nicht bloß in einerlei Sinn zuVerstehens sondern einmal so wie wir etwa von einem Knabensagen können, er habe die Potenz ein Feldherr zu sein, das an-deremal so wie wir cs von einem erwachsenen Mann aussagen;ebenso verhält es sich nun auch mit dem wahrznnehmen Fähigen.Da aber dieser Unterschied keine genauere Bezeichnung in unsererSprache hat, so genügt die Bestimmung, daß sie zu unterscheidensind und in welcher Beziehung und man muß eben die AusdruckePassivität, Leiden und Anderswerden als die güng und gäbenBezeichnungen gebrauchen. Das wahrzunehmen Fähige aber istpotenziell der Beschaffenheit nach dasselbe, was das Wahrnehmbarebereits aktuell ist, wie oben bemerkt wurde. Solang es passivist, afficirt wird, ist es nicht gleichartig, wenn es aber asficirtist, so ist es gerade so wie das andere.