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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
62
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selbst ist ja schon da, es erzeugt aber nichts sich selbst, sondernerhält sich nur. Also dieses bestimmte Princip der Seele ist einVermögen, fähig dasjenige, in welchem dieses Vermögen wohnt,als solches zu erhalten, die Nahrung aber bringt die Wirksamkeithervor. Deßhalb kann nichs bestehen, was der Nahrung beraubtwird. Da aber alles füglich nach seinem Ziel benannt werdenmuß, das Ziel aber die Erzeugung eines der Beschaffenheit nachGleichen ist, so kann man süglich die Seele auf der ersten Stufe')bezeichnen als eine solche, welche fähig ist, ein der Beschaffenheitnach Gleiches zu erzeugen.

Nur muß man dreierlei unterscheiden: das was ernährtwird, dasjenige, wodurch es ernährt wird, und dasjenige, welchesernährt. Dasjenige nun, welches ernährt, istdie erste Seele",die Seele auf der ersten Stufe; dasjenige, welches ernährt wird,ist der Körper, in welchem die Seele wohnt, und dasjenige, wo-durch dieser ernährt wird, ist die Nahrung. Es ist aber dasje-nige, wodurch ernährt wird, ein doppeltes, ähnlich wie bei einemSchiff: dieses wird gelenkt durch die Hand des Steuermanns unddurch das Steuerruder, d. h. durch etwas, was nur bewegt unddurch etwas, was sowohl bewegt als bewegt wird. So auch beider Ernährung: jede Nahrung mnß nothwendig verdaut werdenkönnen, die Verdauung aber wird bewirkt durch die Wärme, daherenthält jedes beseelte Wesen Wärme ^).

Hiermit ist denn im allgemeinen das Wesen der Nahrungbestimmt, eine eingehendere Erklärung derselben behalten wir unsfür später vor, wenn wir speciell mit ihr uns beschäftigen.

Fünftes Kapitel.

Von der sinnlichen Wahrnehmung.

Nach diesen Erörterungen müssen wir im allgemeinen redenvon der sinnlichen Wahrnehmung (Empfindung).

*) Trpü-ry die vegetative Seele.

2) Diese Wärme ist, was beim Schiff die Hand des Steuermanns ist, dar