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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
60
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einzige von den Elementen, an welchem sich Ernährung und Wachs-thnm deutlich zeigt. Deßhalb könnte mau auch annehmeu, in denPflanzen und Thiereu sei daS Feuer das Wirkende. Allein wenndas Feuer auch Mitursache ist, so ist es doch nicht Ursache schlecht-hin, dieß ist vielmehr die Seele; das Wachsthum des Feuersnemlich geht in's Unendliche, solange eben brennbarer Stoff vor-handen ist"), was aber durch die Natur sich einheitlich bildet, hatimmer eine begrifflich bestimmte Grenze der Größe und des Wachs-thums, das aber ist Wirkung der Seele und nicht des Feuers,Wirkung viel mehr des Begriffs als der Materie.

Da nun ein und dasselbe Vermögen der Seele ernährendund erzeugend ist, so ist zuerst über die Ernährung eine Defini-tion aufzustellen; denn in dieser Funktion liegt der Unterschiedvon den übrigen Vermögen. Man nimmt nun an, daß die Er-nährung in der Weise geschieht, daß das Entgegengesetzte durchdas Entgegengesetzte ernährt wird, jedoch ist dieß nicht bei Allemder Fall, sondern nur bei denjenigen entgegengesetzten Dingen, beiwelchen nicht bloß ein Werden von einem zum andern stattfindet,sondern auch ein Wachsthum; es ist nemlich oft der Fall, daßeines aus dem andern wird, aber nicht alles ist ein Quantitati-ves, wie z. B. wenn etwas Gesundes aus einem Kranken wird ^).Und auch dort scheint es nicht, daß alles in derselben Weise Nah-rung für das Andere ist, vielmehr das Wasser zwar ist Nahrungfür das Feuer, nicht aber wird das Wasser von dem Feuer er-nährt. Bei den einfachen Körpern^) nun scheint cs nicht so zusein, daß das Eine Nahrung ist, das Andere ernährt wird.

Dabei ist aber eine Schwierigkeit: es wird nemlich behaup-tet, das Gleichartige werde durch das Gleichartige ernährt undwachse durch das Gleichartige, während doch Andere, wie obenbemerkt wurde, entgegengesetzter Ansicht sind und sagen, das Ent-gegengesetzte wachse und werde ernährt durch das Entgegengesetzte,wobei man annimmt, daß das Gleichartige nicht afficirt werden

Dis Wirkung des Feuers ist also eins zufällige und blinde.

Hier ist nur qualitative Veränderung, nicht quantitative, es handelt sichaber bei der Ernährung zugleich um die letztere, das WachSthum.ä) Den Elementen.