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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
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in den Geschöpfen die Seele'); alle natürlichen Körper nemlichsind Werkzeuge der Seele und zwar die der Pflanzen so gut alsdie der Thiere: sie sind alle uni der Seele willen da. DasWarum ist aber ein doppeltes: erstens das, um dessen willenetwas geschieht, zweitens dasjenige, für welches es geschieht.Drittens ist die Seele auch dasjenige, von wo zuerst die Bewe-gung im Raume ausgeht; es kommt übrigens nicht allen lebendenWesen dieses Vermögen zu. Auch Verwandlung und Wachsthumsteht in engster Beziehung zur Seele; es ist nemlich die Wahr-nehmung offenbar eine Art von Verwandlung, Wahrnehmung aberhat nichts, was nicht Seele hat. Ebenso verhält es sich auch mitdem Wachsen und Abnehmen: nichts nimmt ab oder zu in natür-licher Weise, was nicht ernährt wird, ernährt aber wird nichts,! was nicht Theil hat am Leben.

! Empedokles 2) hat sich hier nicht richtig ausgedrückt, wenn

s er beifügt: das Wachsthum komme den Pflanzen zu nach unten,

; wo sie eingewurzelt sind, weil die Erde von Natur diese Richtung

s habe, nach oben, weil das Feuer nach oben strebe. Hier ist ein-

j mal unrichtig, was er von oben und unten sagt: es ist nemlich

j das Oben und Unten nicht bei allen Geschöpfen schlechthin dasselbe,

j vielmehr was bei den Thieren der Kopf ist, ist bei den Pflanzen

^ die Wurzel, wenn man die Organe unterscheiden und wieder als

j identisch setzen muß je nach ihren Funktionen. Ueberdieß, was ist

l denn dasjenige, wodurch die nach entgegengesetzten Richtungen

strebenden Elemente Feuer und Erde zusammengehalten werden?! Sie müssen ja auseinandergerissen werden, wenn nicht etwas da

- ist, wodurch dieß verhindert wird, ist aber so etwas da, so ist

dieß eben die Seele, d. h. die Ursache des Wachsthums und derErnährung.

Manche nehmen an, die Natur des Feuers sei schlechthinUrsache der Ernährung und des Wachsthums; denn es ist das

') Wie die Natur im Ganzen, im All nach Zwecken wirkt, so im Indivi-duum die Seele.

2) S. Zeller 842 (538).Das Wachsthum der Pflanzen leitete Emped.von der Erdwärme her, welche die Reste in die Höhe treibe, «ährend andrerseitsihre erdigen Bestandtheile die Wurzeln in die Tiefe ziehen,"