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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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nicht auf die besondere, individuelle Art Rücksicht nähme, unddabei den bestimmten Begriff außer Acht zu lassen

Aehnlch nun wie bei den Figuren verhält es sich auch beider Seele: nemlich es ist immer in dem der Reihe nach Folgen-den potenziell das Frühere enthalten, bei den Figuren wie beiden beseelten Wesen, z. B. das Dreieck im Quadrat und dasVermögen zu ernähren im Vermögen der Siuneswahrnehmung.Man muß also jedesmal besonders untersuchen, was für eineSeele jedem Geschöpf zukommt, also was für eine der Pflanze,was für eine dem Thier, was für eine dem Menschen. Fragenwir auch nach der Ursache, weßhalb es in der Reihenfolge sich soverhält; es ist folgende: ohne das Vermögen der Ernährung gibtes keine Sinneswahrnehmung, wohl aber kann das Vermögen derErnährung bestehen ohne die sinnliche Wahrnehmung, wie z. B.in den Pflanzen. Sodann weiter: ohne den Tastsinn existirtkeiner der übrigen Sinne, wohl aber der Tastsinn ohne die übri-gen; es gibt nemlich viele Thiere, welche weder den Gesichtssinnnoch den Gehörsinn noch den Geruchssinn haben. Und von denmit Sinneswahrnehmung begabten Geschöpfen haben die einen dasVermögen der Ortsbewegung, die anderen nicht. Das letzte istReflexion und Denkvermögen und dieses haben die wenigsten;diejenigen unter den vergänglichen Wesen, welchen Denkvermögenznkommt, haben auch alle übrigen, niedrigeren Vermögen, abernicht umgekehrt haben alle, welchen jene anderen zukommen, auchDenkvermögen, vielmehr manche nicht einmal Einbildungskraft,während wieder andere nur in dieser leben ^). Von der betrach-tenden Vernunft aber wollen wir ein andermal reden.

Es ist nun klar, daß der von uns aufgestellte Begriff voneinem jeden dieser Vermögen auch dem Begriff der Seele über-haupt vollkommen entspricht.

>1 Man muß allerdings de» allgemeinen Begriff suchen, aber dieser für sichist nicht genügend, er wäre etwas Abstraktes, Leeres, ohne die einzelnen Wesenund de» bestimmten Begriff derselben. Allgemeines und Besonderes gehört noth»wendig zusammen.

2) Vgl. Ilotaxlr. I I.