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Viertes Kapitel.
Die Seele auf der ersten Stufe, als ernährende, vegetative Seele. Bonder Ernährung.
Um über diese Dinge eine Untersuchung anstelle» zu können,muß man sich vorher klar machen, was unter jeglichem derselbenzu verstehen ist, und von da aus kann man erst weiter gehen zudem, was sich daran anschließt und zu dem klebrigen. Soll mannun aber sagen, was jegliches ist, also z. B. was das Vermögenzu denken, wahrzunehmen, zu ernähren ist, so muß man wiedervorher sagen, was das Denken ist und was das Wahrnehmen;denn früher als die Vermögen sind dem Begriff nach die Wir-kungen und die Tätigkeiten "). Ist dieß wirklich so, muß manaber noch früher als die Thätigkeiten dasjenige in Betracht ziehen,was objektiv den Thätigkeiten entspricht, so wird ebendeßhalb dieerste Aufgabe die sein, den Begriff des Objektiven zu bestimmen,also den der Nahrung, des Wahrnehmbaren und des Denkbaren.
Zuerst also müssen wir sprechen von der Ernährung undZeugung; die Seele als ernährende, vegetative nemlich kommtauch den andern^) Wesen zu, das Ernähren ist das erste undallgemeinste Vermögen der Seele, auf Grund von welchem dasLeben allen zukommt. Die Funktionen der Seele in dieser Be-ziehung bestehen in Erzeugen und Nahrung zu sich nehmen. Dienatürlichste von allen Funktionen lebender Wesen — sofern sievollkommen und nicht verstümmelt sind und sofern sie nicht vonselber entstehen — ist das, daß sie ein anderes hervorbringcn
S. hierüber besonders slstaxb. IX 8: Es ist klar, daß früher als diePotenz die Aktualität, Energie, ist, nemlich dem Begriff nach. Denn das demWerden nach Spätere ist dem Begriff, der Realität nach das Frühere, die Energieist der Zweck der Potenz, letztere ist also um des Zwecks willen da, folglich ist derZweck das Frühere und überdieß liegt im aktuellen Sein allein das wahre Sein,das bloß potenzielle Sein ist ein vergängliches, unreelles.
2) Welche die höheren Vermögen nicht haben.
6) Arist. scheint hier an eine Entstehung unmittelbar aus den Elementenheraus zu denken, ohne daß ein Same nöthig wäre.