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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
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Beschaffenheit; unrichtig aber ist es, wenn die früheren Philoso-phen sie in einen Körper einfügten, ohne näher zu bestimmen,was für ein Körper und von welcher Beschaffenheit er sein müsse,da ja doch eine oberflächliche Betrachtung zeigt, daß nicht dasnächste Beste das nächste Beste in sich aufnehmen kann '). UnsreBestimmungen dagegen entsprechen dem Begriff: hienach ist dieAktualität eines jeden in dem, was es potenziell ist und in derihr ungehörigen Materie.

Hieraus ergibt sich klar, daß die Seele Aktualität und einBegriff desjenigen ist, welches die Potenz hat, dieses Bestimmtezu sein.

Drittes Kapitel.

Stufmreihe der Seelenvermögen. Der allgemeine Begriff der Seelegenügt nicht ohne concrete Bestimmtheit. Das niedere Vermögen ist stetsim höheren enthalten, nicht umgekehrt.

Von den Vermögen der Seele, welche genannt wurden, kom-men den einen Geschöpfen alle zu, wie oben gesagt worden, anderennur einige derselben, noch andern bloß ein einziges. Unter diesenVermögen verstanden wir das Vermögen zu ernähren, zu begeh-ren, wahrzunehmen (zn empfinden), sich im Raum zu bewegenund zu denken. Der Pflanze kommt einzig und allein das Ver-mögen zu ernähren zu, andern Geschöpfen außer diesem auch dasVermögen der sinnlichen Wahrnehmung. Wenn aber das letztere,so auch das Vermögen zu begehren oder der Trieb, denn Triebist Begierde, Verlangen und Wollen; die Thiere aber haben allewenigstens Eine von den Sinneswahrnehmungen, nemlich denTastsinn, wenn aber einem Thier Sinneswahrnehmung zukommt,so auch Lust und Schmerz, das Angenehme und das Traurige,und wenn diese, so auch die Begierde, denn diese ist der Trieb,

>) Dieß gegen die pythagoreische Lehre von der Seelenwanberung. Wenn da»gegen Seele und Leib als Entelechie und Materie gefaßt werden, so hört jede zu-Mige Verbindung auf. die Verbindung ist dann nur teleologisch zu begreifen.