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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
52
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Ob aber jedes einzelne von diesen Vermögen Seele ist, oder einTheil der Seele, und wenn ein Theil, ob in der Weise, daß esnur dem Begriff nach oder auch dem Ort nach trennbar ist, dieseFragen sind zwar zum Theil nicht schwer zu beantworten, zumTheil aber sind sie nicht leicht zu lösen. Wie nemlich bei denPflanzen einige, auch wenn sie zertheilt und von einander getrenntwerden, doch offenbar noch fortleben, woraus man sehen kann,daß die in ihnen wohnende Seele der Aktualität nach zwar Eineist in jeder einzelnen Pflanze'), der Potenz nach aber eine Mehr-heit von Seelen, so machen wir die gleiche Wahrnehmung hin-sichtlich andrer Zertheilungen der Seele bei den Insekten, wennman sic zerschneidet: denn jeder von beiden Theilcn hat Empfin-dung und Ortsbewegnng, wenn aber Empfindung, so auch Vor-stellung und Trieb; denn wo Empfindung ist, da ist auch Schmerzund Lust, und wo diese, ist nothwendig auch Begehren.

Was dagegen den Geist betrifft und das betrachtende Ver-mögen, so ist darüber noch nichts entschieden, vielmehr scheint dießeine besondere Art von Seele zu sein, das einzige, was getrenntwerden kann ^), so wie das Ewige vom Vergänglichen. Dagegendie übrigen Theile der Seele sind nach dem Gesagten offenbarnicht trennbar, wie Manches behaupten; daß sie dem Begriffnach unter sich verschieden sind, ist klar; denn der Begriff deswahrnehmenden Vermögens ist ein anderer als der des meinen-den, wenn ja doch das Wahrnehmen etwas anderes ist als dasMeinen. Und ebenso ist es auch bei den übrigen oben genanntenVermögen.

Ferner kommen einigen Thieren alle diese Vermögen zu,manchen aber bloß einige derselben und wieder anderen nur eineinziges (dieß begründet den Unterschied der Thiere unter ein-ander), aus welcher Ursache aber dieß zu erklären ist, müssen wirein andermal untersuchen. Achnlich ist es auch mit den einzelnen

>> Nemlich ehe sie zertheilt ist.

2) Vom Körper. Der Geist, die Vernunft, allgemein, bas Denkvermögen,specicll aber in seiner Richtung auf das Nnsinnliche, Ewige, daher nicht in dasleibliche Leben verflochten.

W Z. «. Plato.