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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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wegung hinsichtlich der Ernährung, nemlich Abnahme und Wachs-thum. Darum nimmt man auch an, daß alle Pflanzen leben,denn sie haben offenbar in sich eine solche Potenz und ein solchesPrincip, wodurch ihnen sowohl Wachsthum als Abnahme zukommt,nach entgegengesetzten Dimensionen; denn es ist nicht so, daß sienur nach oben wachsen, aber nicht nach unten, sondern sie wachsenin gleicher Weise nach beiden, ja nach allen Seiten und sie nährensich und leben daher immerfort, solang sie im Stand sind, Nah-rung einzunehmen.

Dieses, das Nahrung-einnehmen, kann nun von den übrigenFunktionen getrennt werden, die andern aber unmöglich von je-nem ') bei den sterblichen Geschöpfen. Dieß wird klar bei denPflanzen; diesen kommt nemlich kein anderes Vermögen der Seelezu. Das Leben nun überhaupt kommt den lebenden Wesen zuauf Grund von jenem Princip^), vonThier" aber reden wirzunächst da, wo Wahrnehmung ist; denn auch die Geschöpfe,welche sich nicht bewegen, d. h. den Ort nicht verändern ^), dabeiaber sinnliche Wahrnehmung haben, nennen wir Thier, wir sagennicht bloß, daß sie leben. Von der sinnlichen Wahrnehmung oderEmpfindung ist nun aber das erste, was sich bei allen findet, derTastsinn, und wie das Ernährungsorgan getrennt werden kannvom Tastsinn und überhaupt von der Sinnesempfindung, so wie-der der Tastsinn von den übrigen Sinnen. Unter Ernährungs-organ verstehen wir denjenigen Theil der Seele, welcher auch denPflanzen zukommt. Die Thiere dagegen haben offenbar Tastsinn;wie aber das eine und das andere zu erklären ist, davon einandermal. Hier wollen wir nur soviel sagen, daß die Seele dasPrincip der genannten Wesen ist und durch folgende vier Mo-mente bestimmt wird: durch das Vermögen zu ernähren, wahr-zunehmen (zu empfinden), zu denkenund durch die Bewegung.

^ Das Höhere verlangt immer daS Niedere, daS Niedere aber kann ohnedas Höhere bestehen, wie Form nicht ohne Materie, wohl aber Materie ohne Form.

2) Der Ernährung.

3) Andere Bewegungen wie die der Glieder, haben die betreffenden Geschöpf-,d. h. die Polypen.

<st«^oke>7A«t die niedere Stufe dcS Denkens, das reflectirende, diScur-sive Denken, oxp. r-okiü- und was dem zukommt.

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