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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
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wäre das Gesicht seine Seele, das Gesicht ist ja die Substanzdes Auges dem Begriff nach. Das Auge aber ist das Ganzeund die Pupille ist die Materie des Gesichts '); nimmt man diePupille weg, so ist es kein Auge mehr, es bleibt dann bloß nochder Name, gerade Wie bei einem steinernen oder gemalten Auge.Man muß also das, was vom Theil gilt, vom ganzen lebendenKörper verstehen, zwischen beiden findet eine Analogie statt. Wieder Theil sich zum Theil verhält ^), so die Wahrnehmung imganzen zu dem ganzen wahrnehmenden Körper als solchem. Esist aber nicht dasjenige, was die Seele verloren hat, das wasdie Potenz zum Leben besitzt, sondern das was die Seele hat ^).Der Same und die Frucht ist der Potenz nach der und der Kör-per. Wie nun das Schneiden und das Sehen Aktualität, Ente-lechie ist, so auch das Wachens, wie aber das Gesicht und diePotenz des Organs, so ist es auch die Seeles. Aber wie diePupille und das. Gesicht zusammen das Auge ausmachen, somachen dort die Seele und der Körper zusammen das Thier aus.

Es wird nun auch klar sein, daß die Seele nicht von demKörper getrennt werden kann und dieß gilt auch von gewissenTheilen der Seele, im Fall diese theilbar ist; denn die Aktualitätgehört einigen von den Theilen an <>). Bei einigen Theilen da-gegen ist kein Hinderniß gegen eine Trennung vorhanden, weildiese nicht Entelechie eines Körpers sind. Noch aber ist nicht

1) Mit Torftrik: o ro >/' cti b'Ziz

ok.. Dorste. 6onim. x. 135.

2) Wie die theilweise Wahrnehmung, z. B. das Gesicht, zu dem betreffendenwahrnehmenden Theil, dem Auge.

ö) Denn wenn einmal die Seele weg ist, so ist auch die Potenz zum Lebenweg und kehrt nicht wieder.

">) Reinlich als wirkliche Thätigkcit, als zweite Entelechie.

Im zweite» Glied ist die erste Entelechie, der Zustand gemeint. Die Con-struction des Satzes ist aber unangemessen, es sollte heißen: die Seele ist einer-seits Entelechie, so wie Schneiden, Sehen und Wachen, d. h. «IS Thatigkeit, andrer-seits, so wie das Gesicht und die Potenz, als Zustand.

6) D. h. einige Theile der Seele sind alsdann nur als Entelechie des Kör-pers zu denken, also von diesem nicht zu trennen. Die andern Theile, die ge-trennt werden können, gehören dem deni Geist, an.

Aristoteles' Schrift über die Seele.

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