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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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Mein auch wenn man jene Voraussetzungen zugeben unddas Denken als einen Theil der Seele setzen wollte, und ebensoauch das Vermögen der Wahrnehmung, so würde doch auch dannnicht von jeder Seele die Rede sein und ebensowenig von jedereinzelnen Seele nach ihrem ganzen Umfang ^). Dieß ist der Fallauch bei der Theorie, welche in den sogenannten orphischen Ge-dichten sich findet: es heißt nemlich dort, die Seele gehe aus demAll in die Thiere ein, wenn sie athmen, von den Winden getra-gen. Nun ist es ja aber nicht möglich, daß dieß bei den Pflanzengeschieht, und auch nicht bei allen Thieren, wenn ja doch nichtalle athmen. Dieß haben diejenigen nicht bemerkt, welche dieseLehre aufgestellt haben.

Soll man aber auch die Seele aus den Elementen bestehenlassen, so ist es doch nicht nöthig, daß sie aus allen Elementenbestehe, es würde genügen an dem einen Glied des Gegensatzes,um sowohl dieses selbst als auch das andere Glied zu erkennen.Denn vermittelst des Geraden erkennen wir sowohl das Geradeselbst als auch das Krumme, beides wird beurtheilt nach demRichtmaß, nach dem Krummen aber weder dieses selbst noch dasGerade.

Einige sagen nun auch, die Seele sei ein All, mit dem sievermischt sei, woher vielleicht auch die Annahme des Thales kam,daß alles voll von Göttern sei^). Allein dabei gibt es verschie-dene Schwierigkeiten; denn wenn die Seele in der Luft oder imFeuer ist, warum bildet sie da nicht ein lebendes Wesen, was siedoch bei den gemischten Dingen thut zumal da die Seele,welche in jenen Elementen ist, besser sein soll? (Man könnte auchnoch weiter fragen, aus welchem Grund denn die Seele, welche

Organ zu sein, also umfaßt die Theorie der Gegner nicht alle Arten von Seele.Dazu stimmt auch der folgende Satz.

Weil nicht jede Seele Denken und Wahrnehmung hat.

2) Weil manche Seelen auch noch andere Vermögen haben.

6) vk. Oie. äs O. I, 38 Orxdsnm xosiam äoest ^.ristotslss numgus-mkuisss.

4) Ohne daß aber schon bei Thales an eine Verbreitung der Seele durch basWeltganze zu denken ist. S. Zeller 175. (152.)