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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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hältnissen der Zusammensetzung, wie das auch Empebokles hin«sichtlich der Knochen sagt:

In breitbrllstigen Tiegeln entnahm die liebliche Erbe

Von acht Theilen sich zwei aus dem strahlenden Glanze der Nestis l),

Viere dazu von Hephäst so wurden dis Knochen, die weißen."

Es hilft also nichts anzunehmen, daß die Elemente in der Seeleenthalten sind, wenn nicht auch die Verhältnisse und die Zusam-mensetzung in ihr enthalten sind, es wird nemlich zwar jedes inder Seele enthaltene Element das Gleichartige erkennen, aber nichtsist da, was den Knochen oder den Menschen erkennen könnte,wenn diese nicht auch in der Seele enthalten sind. Daß aberdieß unmöglich ist, braucht nicht erst gesagt zu werden, denn werkönnte sich darüber besinnen, ob ein Stein oder ein Mensch inder Seele enthalten sei? Und ebenso ist es auch mit dem Gutenund dem Nichtguten, und nicht anders mit vielen andern Dingen.

Ferner da der Begriff des Seienden in verschiedenen Bedeu-tungen zu fassen ist, denn er bedeutet bald ein bestimmtesEinzelnding, bald ein Quantitatives, bald ein Qualitatives odersonst eine von den Kategorieen, die wir unterschieden habenso fragt eS sich, ob die Seele aus allen Kategorieen bestehen solloder nicht? Man kann aber doch nicht wohl annehmen, daß esElemente gebe, welche allem gemeinschaftlich sind. Also wohl nuraus den Elementen, welche zur Substanz gehören^)? Wie sollsie aber dann die andern alle erkennen? Oder wird man sagen,es gebe besondere Elemente und Principien für jede Kategorieund aus diesen sei die Seele zusammengesetzt? Dann hätte manalso die Kategorie des Quantitativen neben Qualitativem undSubstanz 3), es ist aber unmöglich, daß aus den Elementen des

I) Von Nestis heißt es in einem andern Vers des Empedokles:Nestis, welchemit Thränen die Brunnen der Menschen befeuchtet." (S. Zeller 1 ^ S 1 I Anm. 3.jö07.j N. soll ursprünglich eine sicilische Wassergottheit gewesen sein <pn'a- flie-ßen), bei Emped. bedeutet sie nach de» alten Erklärer» die Feuchtigkeit des Mastersund der Lust, der Glanz bezeichnet das Durchsichtige.

Weil die Seels eine Substanz ist.

6) Die Worte ou<7t'cr hält Torstrik mit Recht für verdächtig, sie

stören den Zusammenhang, jedenfalls wenn man die Substanz als Subjekt zu