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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
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einem gewissen Verhältniß; ist nun die Seele dieses Verhältnis;oder ist sie vielmehr etwas Anderes, was in den Gliedern seinenSitz hat? Ferner: ist die Freundschaft') Ursache der nächstenbesten Mischung oder einer solchen, welche nach jenem Verhältnißvor sich geht? und ist diese Freundschaft selbst das Verhältnißoder etwas anderes neben diesem Verhältniß? Das sind dieFragen, die hier aufzuwerfen wären; ist aber die Seele etwasvon der Mischung verschiedenes, wie kommt es dann, daß sie ver-geht, sobald das Wesen des Fleisches und der übrigen Theile desGeschöpfes vernichtet wird? Und zudem, wenn die Seele nichtdas Verhältniß der Mischung ist sofern ja doch nicht jedereinzelne Theil eine Seele hat was ist dann der Grund, daßder Körper zu Grunde geht, wenn die Seele ihn verläßt^)?

Aus dem oben Gesagten ergibt sich nun, daß die Seele un-möglich eine Harmonie sein und im Kreis sich bewegen kann.Das aber ist möglich, daß sie in accidenteller Weise bewegt wird,wie oben gesagt, und daß sie sich selbst bewege, nemlich so, daßdasjenige bewegt wird, in welchem sie sich befindet, diese Be-wegung aber von der Seele ausgeht; anders ist es nicht möglich,daß sie hinsichtlich des Orts sich bewege. Mit noch gewichtigerenGründen kann man dagegen, daß die Seele bewegt werde, Ein-wendungen erheben von folgendem Gesichtspunkt aus: wir sagen,die Seele betrübe sich, freue sich, sei gutes Muths, sei in Furcht;ferner sie werde zornig, sie nehme wahr, sie denke, das alles aberscheinen Bewegungen zu sein. Daher könnte man denn glauben,die Seele werde bewegt, allein dieß ist durchaus nicht nothwendig.Denn wenn es auch noch so wahr ist, daß betrübtsein, sich freuenoder denken Bewegungen sind und daß jedes von diesen bewegtwird, so geht doch diese Bewegung von der Seele aus, alsoz. B. das zornig werden oder sich fürchten dadurch, daß das Herzso oder so bewegt wird, das Denken hat entweder die gleiche Ur-

') Das Princip des Empedokles, welches neben dem Streit za den Elemente»hinzukommt.

2) Zu scheint als Subjekt gedacht werben zu müssen

<ober und s --- ore. Diese Fragen sind übrigens als Aporieen hin-

geworfen, ohne daß damit ein Für oder Wider entschieden sein soll.