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Bewandtniß hat es auch mit der Ruhe: nemlich in Demjenigen,zu welchem etwas vermöge seiner Natur bewegt wird, ruht esauch vermöge seiner Natur und ebenso in Demjenigen, zu welchemetwas durch Gewalt bewegt wird, ruht es auch vermöge dieserGewalt. Was man sich nun aber denken soll unter den gewalt-samen Bewegungen und Ruhezuständen der Seele, werden auchDiejenigen nicht leicht zu erklären vermögen, welche ihrer Phan-tasie den Lauf lassen wollen.
Ferner, wenn die Bewegung der Seele nach oben gehen soll,so muß sie Feuer sein, wenn nach unten, Erde; denn dieß sinddie Bewegungen, welche diesen Körpern zukommen. Dieselbe Be-wandtniß hat es dann auch mit den in der Mitte stehenden Ele-menten ').
Ferner, da die Seele offenbar den Körper bewegt, so ist csnatürlich anzunehmen, daß sie dabei solche Bewegungen hervor-bringe, welche an ihr selbst vor sich gehen. Ist aber dieß derFall, so kann man gewiß auch umgekehrt sagen, die Bewegung,welche an dem Körper vor sich geht, gehe auch an der Seele vorsich. Der Körper aber bewegt sich durch Ortsveränderung, alsomüßte auch die Seele die dem Körper entsprechende Bewegunghaben, indem sie ihren Ort veränderte, entweder ganz oder ingewissen Theilen^). Ist aber dieß möglich, so müßte es auchmöglich sein, daß sie, nachdem sic ihren Ort verlassen hat, den-selben auch wiederum eiunähme, und daraus würde folgen, daßdie gestorbenen Geschöpfe wieder auferstehen könnten.
Ist aber die Bewegung eine accidentelle, so könnte die Seeleauch von einem Andern bewegt werden, es würde nemlich danndas Thier mit Gewalt angestoßen. Allein man darf nicht an-nehmen, daß dasjenige, welchem die Bewegung durch sich selbst,als etwas zu seinem Wesen gehöriges, zukommt, von einem An-dern bewegt werde, außer in ganz äußerlicher Weise, wie manauch nicht annehmen darf, daß das an und für sich oder durch
') Die Luft theilt die Bewegung des Feuers, bas Wasser dis der Erde.
H D. h. sie würde entweder den Körper ganz verlassen oder es würdenwenigsten« einzelne Theile, Vermögen der Seele unter sich ihren Ort wechseln.