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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
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Auch Thales hat nach dem, was von ihm überliefert ist,angenommen, daß die Seele etwas sei, was zu bewegen fähig sei,sofern er nemlich sagte, der Stein ') habe eine Seele, weil erdas Eisen bewege. Diogenes aber, wie auch einige Andere er-klären die Seele für Luft, von der Ansicht aus, baß die Luftaus den allerfeinsten Theilen bestehe und das Princip von Allemsei, und daher komme cs, daß die Seele erkenne und bewege:sofern sie nemlich das Erste sei und aus ihr das Uebrige, erkennesie, sofern sic aber das Feinste sei, habe sie die Fähigkeit zu be-wegen. Hcraklit findet die Seele in seinem Princip, sofern ersie nemlich für die Ausdünstung^) erklärt, aus welcher er allesAndere entstehen läßt, und er erklärt diese Ausdünstung für dasUnkörperlichste und für etwas in beständigem Fluß Befindliches;das Bewegte aber werde durch Bewegtes erkannt; daß aber dasSeiende in Bewegung sei, nahm auch er an wie die Meisten.Aehnliche Ansichten über die Seele hat, wie es scheint, auch Alk-maion§) gehabt, er sagt nemlich: die Seele sei unsterblich, weilsie den Unsterblichen gleiche, dieses letztere aber komme ihr zu,weil sie immer bewegt sei; es sei nemlich auch das Göttliche allesin steter, ununterbrochener Bewegung, Sonne, Mond, Sterne undder ganze Himmel.

Von denjenigen, welche noch in gröberen Anschauungen be-fangen sind, haben einige die Seele auch als Wasser bestimmt,wie z. B. Hippo^); der Grund dieser Ansicht scheint darin zu

>) Der Magnetstein.Daß ThaleS sich alle Dinge lebendig gedacht, allewirkenden Kräfte nach Analogie der menschlichen Seele personificirt hat, ist wahr-scheinlich, weil es jener phantasievollen Naturanschaunng gemäß ist, die der wissen-schaftlichen Naturforschung überall und so namentlich bei den Griechen vorangcht."Zeller I? 175 (152).

7) Ueber Diog. von Apollonia, einen Zeitgenossen des Anaxagoras, s. ZelleriS 218, bes. 228 (190 ff.).

ö) Diese bedeutet dasselbe, was sonst bei Heraklit Feuer heißt,

es sind die warmen und trockenen Dünste, das göttliche Feuer in seiner reinenGestalt, während durch Feuchtigkeit das Seelenfeuer verunreinigt und die Bernunftausgchoben wird. S. Zeller 1^ 577 s. <48V).

lieber diesen krotoniatischen Arzt, einen jüngeren Zeitgenossen und vielleichtSchüler des Pythagoras s. Zeller 1^ 421 ss. (85S1.

°) Sin Physiker der perilleischen Zeit, welcher an der Lehre des Thales fest«