20
zwischen denjenigen, welche die Principien als körperlich bestimmen,und denjenigen, welche sic für unkörperlich halten, dann wiederzwischen diesen genannten und denjenigen, welche die Principiendnrch Mischung entstehen lassen und aus beiden:') zusammen bil-den. Auch hinsichtlich der Zahl gehen die Ansichten aus einander,die Einen nemlich sehen mehrere Principien, Andere bloß Eines.Dem entsprechend bestimmen sie dann auch die Seele; denn das,was von Natur Fähigkeit zu bewegen habe, gehört nach ihnen zudem Ursprünglichen und cs ist diese Behauptung nicht ohne Grund.Daher denn Einige annehmen, die Seele sei Feuer, sofern nemlichdas Feuer ans den feinsten Theilen besteht und am meisten unterden Elementen unkörperlich ist, überdieß sowohl bewegt ist, alsauch das Andere in erster Linie bewegt. Demokrit hat sodannnoch feinere Bestimmungen gegeben und erklärt, was die Ursachevon beidem") sei: die Seele sei nemlich identisch mit dem Geist,und es bestehe dieses Wesen aus den ursprünglichen untheilbarenKörpern, die Fähigkeit zu bewegen aber habe es wegen der Fein-heit seiner Theile und wegen seiner Gestalt; von den Gestaltenbezeichnet er die kugelförmige als die am leichtesten zu bewegende;gerade so aber, nemlich kugelförmig, sei sowohl der Geist als dasFeuer.
Was den Anaxagoras betrifft, so scheint er zwar zwischenSeele und Geist zu unterscheiden, wie wir schon oben gesagt haben,aber er behandelt doch beide als Ein Wesen, nur setzt er denGeist in erster Linie als Princip von Allein; er sagt wenigstens,der Geist allein unter dem Seienden sei einfach, ungemischt undrein. Dabei führt er beides auf dasselbe Princip zurück, dasErkennen sowohl als das Bewegen, wenn er sagt, der Geist habedas All in Bewegung gesetzt^).
*) Aus Körperlichem und Unkörperlichem. Zu der ersten Klasse, den Ver-tretern des Körperlichen, gehören z. B. Thales, Demokrit; zu den Vertretern desUnkörperlichen die Pythagoreer, Xenokrates, Plato; zu den Vertretern der MischungEmpedokles, welcher neben den vier Elementen noch Haß und Liebe als Principiensetzt, und Anaxagoras, welcher zu den Homöomerieen den Geist hinzufügt.
2) Nemlich der Feinheit und der Bewegung.
S. Zeller 604 (680) und die dort angeführten Stellen.