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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
Seite
18
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sei bom Geist in Bewegung gesetzt worden, jedoch ist dieß nichtganz identisch mit der Lehre Demokrits. Dieser setzt nemlich Seeleund Denken schlechthin als eins und dasselbe; das Erscheinendesei nemlich das Wahre und deßhalb habe Homer ') ganz recht indem Vers, wo er sagt:Hektar lag da, anderes denkend." Erbehandelt also das Denken nicht als ein Vermögen, welches mitder Wahrheit sich beschäftigt, sondern er setzt Denken und Seeleschlechthin als identisch. Anaxagoras dagegen drückt sich über diesenPunkt weniger bestimmt aus; er nennt nemlich an vielen Ortenden Geist die Ursache des Guten und Richtigen, anderswo abersagt er, dieser Geist sei die Seele; der Geist sei nemlich in sämt-lichen Thieren, großen und kleinen, edlen und unedleren. Es scheintaber doch nicht der Geist, bei welchem man die Erkenntniß imAuge hat, allen Thieren in gleicher Weise zuzukommen, ja nichteinmal allen Menschen^).

Diejenigen nun, welche ihre Aufmerksamkeit darauf richten,daß das Beseelte sich bewege, haben als die Seele dasjenige be-zeichnet, welches am fähigsten ist zu bewegen; dagegen diejenigen,welche am Seienden vor allem das Erkennen und Wahrnehmenins Auge fassen, verstehen unter der Seele die Principien ^), wobeidie einen eine Mehrheit von solchen Principien annahmen, andereaber nur Eines. So sagt Empedokles, die Seele bestehe aussämtlichen Elementen, es sei aber auch jedes einzelne ElementSeele; er drückt sich hierüber so aus:

Sofern nemlich Hektar die sinnliche Empfindung und Wahrnehmung verlor,letztere aber nach Demokrit identisch ist mit dem Vermögen des Denkens, wurdeauch sein Denkvermögen durch die Betäubung ein anderes. Uebrigens findet sichder Ausdruck nicht so bei Homer; denn Jl. XXIII. 698 ist nicht von Hektar die Redeund XXII. 337, wo Hektar von Achill verwundet wird, steht ein andrer Ausdruck.Die homerischen Citate des Arist. stimmen öfters nicht mit unsrem homerischen Textüberein. Vgl. Aotaxü. IV. 5, x. 78.

2) D. h. objektiv ist in jedem belebten Wesen ein Theil des allgemeinen Gei-stes, aber zum Selbstbewußtsein gelangt dieser Geist nicht in allen Thieren undMenschen. Anaxag. aber confundirt das objektive und subjektive Jnwohnen desGeistes.

2) Nemlich des Erkennens und WahrnehmenS.