i» dm Geschöpfen befindlichen Körper, welche das zusammendvän-gende und verdichtende Element zurückhalten helfen, an einer Aus-scheidung verhindert; und das Leben daure nur so lang, als die-selben im Stand seien, diese Funktion auszuüben ').
Auch das, was von den Pythagoreern aufgestellt wird, hat,wie es scheint, denselben Sinn; es behaupten nemlich einige^),die Seele bestehe aus den in der Luft befindlichen Sonnenstäub-chen, während Andere als Seele das bezeichneten, was diese Son-nenstäubchen bewegt. Der Grund dieser Behauptung liegt darin,daß dieselben, wie man sieht, in ununterbrochener Bewegung sind,auch wenn vollständige Windstille herrscht.
Von derselben Anschauung gehen auch diejenigen aus,Welche sagen, die Seele sei das sich selbst Bewegende. Diese allenehmen offenbar an, die Bewegung sei das, was mit der Seeleinnerlich am meisten verwandt fei, und während alles Andere seineBewegung der Seele verdanke, werde die Seele durch sich selbstbewegt, — weil sie nemlich nichts Bewegendes sahen, welches nichtauch selbst bewegt würde.
In ähnlicher Weise sagt auch Anaxagoras, die Seele sei es,welche bewege, und wer sonst etwa noch behauptet hat, daS All
l> D. h. solang die im Körper befindlichen Atome im Stand sind, die vonaußen einbringendc Luft abzuhalten. Bgl. über die ganze Theorie Zeller Gesch.der griech. Phil, l^ 728 ff. (617): „Wegen der Feinheit und Beweglichkeit derSeelenatome entsteht die Gefahr, baß dieselben von der uns umgebenden Luft ausdem Körper gedrückt werden. Gegen diese Gefahr schützt uns, wie Demokrit an-nimmt, die Einathmung, deren Bedeutung darin besteht, mit der Lust immer neuenFeuer- und Seelsn-Stosf in den Körper zu sühren, welcher theilS die abgegangenenEeelenatome ersetzt, theils und hauptsächlich dis im Körper befindlichen durch seineGegenströmung am Austritt verhindert und ihnen dadurch den Widerstand gegenden Andrang der äußeren Lust möglich macht. Geräth der Athen! ins Stocken undwird jener Widerstand in Folge dessen vom Druck der Luft überwältigt, so ent-weicht das innere Feuer und eS erfolgt der Tod."
2) Was sür Pythagoreer gemeint sind, läßt sich nicht bestimmen. Die Pyth.scheinen überhaupt in der Psychologie nicht tief eingedrungen zu sein und wohlauch Arist. wußte von etwaigen Theoricen nicht viel zu sagen. E- Zeller 1^838 f. (822).
5j Worunter nach PhiloponuS Plato, XenokrateS und Alkmäon zu verstehensind.
Aristoteles' Schrift über die Seele.
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