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gelangen müssen, und deßhalb die Ansichten der sämtlichen früherenForscher, soviele über die Seele eine Theorie vorgebracht haben,zusammenstellen, um das Nichtige davon aufzunehmen, was aberetwa unrichtig ist, fern zu halten. Beginnen müssen wir unsreUntersuchung mit einer Darlegung dessen, was der Seele ihrerNatur nach ganz besonders zuzukommen scheint. Das Unbeseeltenun scheint sich von dem Beseelten besonders in zwei Punkten zuunterscheiden, nemlich durch Bewegung und durch Wahrnehmung.Es sind dieß zwei Bestimmungen über die Seele, welche wir soziemlich auch bei den früheren Forschern finden, sofern nemlicheinige behaupten, Seele sei ganz besonders und in erster Beziehungdas Bewegende. Und da sie nun annehmen, was nicht bewegtwerde, könne unmöglich ein Anderes bewegen, so giengen sie weiterzu der Behauptung, die Seele gehöre zu dem, was bewegt werde.Daher sagt denn Demokrit, die Seele sei Feuer und Wärme; esgibt nemlich nach Demokrit eine unendliche Menge untheilbarerFiguren und von diesen nennt er die kugelförmigen Feuer undSeele; dahin gehören z. B. in der Luft die sogenannten Sonnen-stäubchen, welche in den durch das Fenster einfallenden Sonnenstrahlensichtbar sind, und Demokrit bezeichnet die aus denselben bestehendeSamen-Allheit als die Elemente der gesamten Natur; — ähnlichverfährt auch Leukippos; — von diesen Atomen also bezeichnen siedie kugelförmigen als Seele, weil die kugelförmigen Figuren amleichtesten durch Alles hindurchdringen können, und dieselben sollen,indem sie selbst bewegt sind, auch das klebrige bewegen, wobei siedenn annehmen, daß die Seele es sei, welche den Geschöpfen dieBewegung mittheilt. Darum ist nach dieser Theorie das Athmendas Maß des Lebens; indem nemlich das, was die Körper um-gibt '), dieselben zusammendrängt und diejenigen Figuren heraus-drückt, welche den Geschöpfen die Bewegung mittheilen, sofern sieja auch selbst keinen Augenblick ruhig bleiben, kommt von außeneine Unterstützung dadurch, daß andere solche Körper eindringen,eben im Athmungsproceß; dadurch werden nemlich auch die schon
*) Nemlich die Luft; als Ursache der zusammendrängenden Kraft wird dieKälte genannt.