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Wahrnehmung noch etwas Weiteres bewirkt werde außer derWahrnehmung selbst. (H. 12.)
Außer diesen fünf Sinnen ist kein anderer denkbar, voraus-gesetzt, daß cs nicht eine Art von sinnlichen Körpern gibt, welcheuns noch unbekannt sind. Ebensowenig ist anzunehmen, daß esfür das Allgemeine, was Objekt mehrerer Sinne ist, einen be-sonder Sinn geben müsse; die Thätigkeit der fünf Sinne würdedadurch eine accidentelle. Bei der Wahrnehmung dieser allge-meinen Objekte bilden die betheiligten Sinne eine Einheit, wodurchdie Wahrnehmung bestimmt wird. (HI. 1.) Gegenstand jedesSinns ist zugleich auch seine eigene Thätigkeit. Die Aktualitätdes Wahrnehmenden und des Wahrgenommenen fällt zusammen,ist aber begrifflich aus einander zu halten und nicht mit der Po-tenzialität zu verwechseln. Ferner wird aus dem Begriff derHarmonie und des Verhältnisses erklärt, warum das Zuviel aufdie Sinne zerstörend wirkt. Um übrigens die Einheit des Sub-jekts in der Mannigfaltigkeit der Wahrnehmungen festzuhalten,muß ein Gemeinsinn vorhanden sein, der die Sinne zusammen-faßt. (III. 2.)
Indem die Untersuchung nun zu den höheren Vermögen derSeele fortschreitet, ist zunächst die Frage, ob Wahrnehmen undErkennen identisch seien, wie manche Aeltere annehmen. DieseFrage ist zu verneinen, denn es würde dann die Möglichkeit desJrrthums unerklärt bleiben. Ebenso wenig sind Wahrnehmen undDenken identisch. Zwischen Wahrnehmung und dem höheren Ver-mögen steht vielmehr die Einbildungskraft. Diese ist wohl zuunterscheiden von Wahrnehmen, Meinen, Denken und Vernunft,sie ist eine Bewegung, welche von der aktuellen Wahrnehmunghervorgerusen wird und steht daher allerdings mit der Wahrneh-mung im engsten Zusammenhang. (III. 3.) — Das höchsteVermögen der Seele ist der Geist oder die Vernunft, welche ge-trennt vom Körper ist und mit dem Begriff der Dinge zu thunhat, sie ist rein, leidlos, die reine Potenz, welche durch sich selberzur Aktualität fortschreitet und sich selbst zum Inhalt ihres Den-kens hat. (III. 4.) Sie ist unter einem doppelten Gesichtspunktzu betrachten, als thätige und als leidende Vernunft, welcher