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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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Ein bloß den beseelten Wesen znkommender Ton ist die Stimme,welche indeß nicht jedem beseelten Wesen zukommt, sofern sie etwasBestimmtes ausdrückt und mit Vorstellung verbunden ist. (II. 8.) 3. Der Geruchssinn ist am schwersten genau zu erklären, weiler beim Menschen am wenigsten entwickelt ist, weniger als beivielen Thieren. Seine Nuancen sind analog den Geschmacks-Unterschieden, weßhalb auch die Benennungen des letzteren auf dieGerüche übergegangen sind. Der Geruch verlangt auch ein Me-dium, wie Luft oder Wasser; auch die Wasserthiere haben diesenSinn. Bei den Thieren ist übrigens das Riechorgan zum Theilanders constrnirt, als beim Menschen. (II. 9.) 4. Der Ge-schmackssinn ist eine Art von Tastsinn und verlangt daher, wieletzterer, kein (äußeres) Medium. Bedingung des Schmeckens istdie Feuchtigkeit, welche eine Lösung der Stoffe und der Zungebewirkt; eigentliches Objekt ist daher das Trinkbare, welches daseigentliche Schmeckbare ist. Die Zunge hat selber Feuchtigkeit,welche aber gehörig temperirt sein muß. Die verschiedenen Artendes Geschmacks sind einander theils entgegengesetzt, theils bildensie Nuancen dieser Gegensätze. (II. 10). 5. Der Tastsinn.Hiebei erheben sich Schwierigkeiten: ist der Tastsinn Ein Sinnoder eine Mehrheit von Sinnen? ist das Fleisch Sinnesorgan?was ist das einheitliche Substrat des Tastens? was ist Medium?Diese Fragen sind nicht nnt völliger Sicherheit zu entscheiden,doch ist anzunehmen, daß das Fleisch Medium des Tastsinns ist,das eigentliche Organ aber innen liegt. Gegenstand des Tast-sinns sind die Merkmale des Körperlichen. Der Tastsinn mußeine gewisse Ausgleichung der betreffenden Gegensätze darstellen.(II. 11.)

Hierauf folgt eine zusammenfassende Betrachtung sämmtlicherSinne. Die Sinne sind das Mittel zur Aufnahme des Objekts,aber ohne dessen Materie; Wahrnehmung und Organ sind ge-wissermaßen eine Einheit, aber auch wieder auseinander zu halten,denn die Wahrnehmung ist nichts Materielles, sondern ein Ver-mögen. Dieß der Grund, weßhalb die Pflanzen nicht wahrneh-men, weil sie mit der Materie zu eng verbunden sind. Schließ-lich wird die Frage untersucht, ob durch die Gegenstände der