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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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seele. Dabei setzt ein höheres Vermögen stets das niedrigere voraus,nicht aber umgekehrt. (II. 3.) Die niederste Art der Seele istdie bloß ernährende, vegetative Seele; hiezu gehört Ernährungund Zeugung; letztere hat zum Zweck Fortpflanzung der Gattung,da ja die Individuen vergänglich sind. Hievon ist die Seele Ur-sache. Faßt man den Begriff der Ursache richtig, so ergibt sich,daß kein Element Ursache der Ernährung sein kann. Worin be-steht nun das Wesen der Ernährung? Ihr Zweck ist Zeugung,daher die Seele auf dieser Stufe auch als zeugungsfähige Seelebezeichnet werden kann. (II. 4.) Eine höhere Stufe ist die dersinnlichen Wahrnehmung. Hiebei ist wesentlich der Unterschied desPotenziellen und Aktuellen: das erstere hat wieder zwei Stufen.Diese sämmtlichen Unterschiede bilden die Stadien einer innerenEntwicklung, welche vom Niederen zum Höheren fortschreitet. Inder Wahrnehmung nimmt das Subjekt das Andere in sich ans,geht mit demselben zur Einheit zusammen (II. 5), das Wahr-nehmbare selber aber ist von dreierlei Art: 1. das, was den ein-zelnen Sinnen specifisch zukommt, wie die Farbe dem Gesicht,

2. solches, was den Sinnen gemeinsam ist, wie die Bewegung,

3. was nur iinxlloUv wahrgenommen wird. Hinsichtlich des Spe-cisischen ist keine Täuschung der Sinne möglich. (II. 6.)

Nun folgt die Betrachtung der einzelnen Sinne, zuerst desGesichtssinns. Gegenstand dieses Sinns ist die Farbe, daher derBegriff der Farbe und ihrer Bedingungen, des Durchsichtigen unddes Lichts bestimmt wird. Zurückgewiesen werden die Auffassungendes Sehprocefses, wie sie bei Empedoklcs und Demokrit sich fin-den. Bedingung für das Sehen wie für die ganze sinnlicheWahrnehmung ist das Vorhandensein eines Mediums, hierdes Durchsichtigen, was daraus erhellt, daß das Sinnesorgannicht wahrnimmt, wenn es mit dem Gegenstand der Wahrnehmungin unmittelbare Berührung gesetzt wird. (II. 7.) 2. DasGehör. Dessen Objekt ist der Schall; Entstehung desselben; seinMedium ist die Luft; eine besondere Art der Wiederhall. Ver-mittelt wird das Gehör dadurch, daß auch im Ohr innere Luftist, welche nun von der äußeren bewegt wird. Die Töne selbstsind unter sich verschieden, je nach der Schnelligkeit der Bewegung.