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5 (1891) Schrift über die Seele, Organon
Entstehung
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vorgetragcne Theorie einer eingehenden Kritik unterworfen. (I. 3.)So wenig ferner, als die übrigen Theorieen, ist diejenige zulässig,wornach die Seele eine Harmonie sein soll, mag man letzteremechanisch oder chemisch fassen. Unstatthaft ist ferner die Lehre,welche die Seele als Zahl faßt (I. 4); hiegegen erheben sich vieleSchwierigkeiten, ebenso gegen die Ansicht, daß die Seele aus denElementen bestehe, womit die Erkenntniß keineswegs genügend er-klärt ist. Sämmtliche Theorieen, welche auf Bewegung und Zu-sammensetzung aus den Elementen basirt sind, umfassen überdießnicht die Seele nach ihren: ganzen Umfang und nach allen Arten;die Verschiedenheit der Seelen bleibt unerklärt und man kannsich keine Vorstellung davon machen, ob die einzelnen Funktioneneinzelnen Theilen der Seele oder der ganzen Seele zukommen.(I. 5 .)

Indem nach dieser kritisch-historischen Uebersicht Aristoteleszur positiven Darlegung seiner eigenen Lehre übergeht, stellt erzunächst eine möglichst allgemeine Definition der Seele auf: dieSeele ist die erste Entelechie eines natürlichen organischen Körpers.Nach den Voraussetzungen seines Systems hinsichtlich des Verhält-nisses von Materie und Form, Potenz und Aktualität ist damitdie uothwendige Einheit von Körper und Seele unmittelbar ge-geben, wie auch im Begriff der ersten Entelechie liegt, daß sievon selbst und nothwendig zur zweiten Entelechie fortgeht. (II. 1.)Um aber zu einer genaueren Darstellung der Seele zu gelangen,unterscheidet Aristoteles das Beseelte und das Unbeseclte. DerUnterschied liegt im Leben. Das, was lebt, hat Seele. Aber esgibt verschiedene Stufen des Lebens; die Pflanze hat ein anderesLeben, eine andere Seele, als das Thier. Von den Vermögender Seele kann nur der Geist, die Vernunft als vom Körpertrennbar gedacht werden. Die Seele ist im übrigen mit demKörper verbunden und zwar mit einem bestimmten Körper, bestenEntelechie sie ist. (II. 2.) Die geringere oder größere Vorzüg-lichkeit der Seele und damit des ganzen Geschöpfs hängt ab vondem der Seele zukommenden Vermögen. Hier ist eine Stufen-reihe von der niedrigen, bloß vegetativen Potenz bis hinauf zurVernunft; letztere unterscheidet die menschliche Seele von der Thier-