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Aristoteles, Politik.
unterricht verstehen, sich aus guten Gründen dafür entscheiden. So'->krates aber in Pla'tons Staat ° irrt, wenn er neben der phrygischennur noch die dorische beibehalten wissen will, um so mehr da er unterden Instrumenten das Blasinstrument verworfen hat. Die Wirkungder phrygischen Harmonie ist ja unter den Harmonieen dasselbe, wasunter den Instrumenten das Blasinstrument ist. Beide sind wildauf-regender, leidenschaftlicher Natur.
9. Dies beweist auch die Poesie. Alle bakchische Poesie undalle derartige poetische Bewegung verlangt vorzugsweise das Blas-instrument als Begleitung, und unter den Harmonieen wählt sie sichzum angemessenen Ausdruck die phrygischen Weisen, wie denn derDithyrambus anerkannt als phrygisch gilt. Und hierzu führen dieMänner vom Fach viele Belege an, unter anderen auch deu, daßPhilo'xenus, als er es unternahm, einen Dithyrambus „DieMyser"^,in der dorischen Harmonie zu komponieren, damit nicht zustande kam,sondern unwillkürlich wieder heraus und in die phrygische als dieentsprechende Harmonie zurückfiel.
10. Bon der dorischen aber urteilt man einstimmig, daß sie ammeisten den Charakter der Ruhe und der sittlichen Männerwürde be-sitze. Als erklärte Anhänger und Durchführer jenes Prinzips, welchesdie Mitte zwischen den Extremen hält, werden wir, da die dorischeHarmonie diese Stellung zu den übrigen Harmonieen hat, natürlichauch die dorischen Melodieen als vorzugsweise geeignet für den Unter-richt der Jugend erkennen. Wir fassen hier zwei Gesichtspunkte insAuge, das Mögliche und das Schickliche, welche einen jeden einzelnenzu dem, was er treiben soll, vorwiegend bestimmen müssen, und dazukommt für das eine wie für das andere noch ein drittes bestimmendesElement, die Altersstufen. So z. B. fällt es den vom Alter Ange-griffenen nicht leicht, die starktönigen Harmonieen zu singen, sonderndie Natur weist solche Personen auf Harmonieen sanfteren Gesangeshin. Es haben daher einige Musikverständige dem Sokrates auch mit
9. Platons Staat S. 399; vgl. Ed. Müller a. a. O. S. 244;Kapp S. 181 fg.
10. Dithyramben waren Lieder vorzugsweise zu Ehren des Bacchus.Sie gehörten zu der freiesten und kühnsten Gattung lyrischer Poesie undbedurften dazu der phrygischen Begleitung. Der des Philoxenus hieß