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4 (1895) Politik
Entstehung
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367
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Sechstes Buch. Viertes Kapitel.

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ausbrechenden Bürgerkriege die Oligarchen im Kampfe oft den kür-zeren. Sie müssen daher gegen dieses Übel kriegserfahrene Feldherrenanwenden, welche mit der Truppe der Reiter und Schwerbewaffnetenimmer eine angemessene Zahl leichten Fußvolks verbindend Dieseleichte Truppe ist es nämlich, welche im Bürgerkriege dem Volkegegen die Reichen die Übermacht gibt, weil sie, in ihrem Dienste geübt,den Kampf mit der Reiterei und dem schweren Fußvolk aufnimmt. 2 5. Aus dem gemeinen Volk also eine solche Truppe aufstellen,heißt (für die Oligarchen) sie gegen sich selbst aufstellen. Sie müssendaher mit Benutzung der Altersunterschiede, wonach ein Teil ihrerJugend zu den älteren, ein anderer zu den jüngeren Leuten gehört,ihre eigenen Söhne, so lange sie jung sind, in den unbeschwerlichenHandgriffendes leichten Fußexerzitiums unterweisen, und diese müssendann, sobald sie aus dem Knabenalter getreten sind, diesen Dienstim Felde als tüchtige Kämpfer selbst versehen.

Die Teilnahme an der Regierung gewähre die Oligarchie derMasse entweder nach der Bedingung, daß der dazu Berechtigte denlegalen Census besitzen muß, wie oben gesagt ward, oder man

1. Etwa in der Art, wie dies C ä's ar von den Germanen erzählt; vgl.Gallischer Krieg I, 48. Es waren, heißt es dort, sechstausend Reiter und ebenso viele besonders behende und tapfere Fußsoldaten, von denen jeder Reiter sei-nen Mann aus der ganzen Masse zu seiner besonderen Unterstützung gewählthatte. Diese Fußsoldaten begleiteten ihre Reiter ins Gefecht. Auf sie zogen sichdie Reiter zurück; kam es zu einem harten Kampfe, so scharten sie sich zusam-men; sie eilten herbei, wenn einer schwer verwundet vom Pferde stürzte; siewaren so gut zu Fuß und so wohl eingeübt, daß bei einem weiteren Vorgehen oderschnelleren Rückzuge sie sich an den Mähnen der Pferde und mit den Reiterngleichen Schritt hielten. Vgl. Xeüiopho n, Hellenische Geschichte VII, 5, 23.

2. Besonders wenn, wie zahlreiche Beispiele beweisen, der Kampf in derStadt selbst gekämpft wird. Dagegen haben im Mittelalter die bewaffnetenGemeinen zu Fuß den Rittern und berittenen Edlen lange unterlegen, bis sieendlich die Oberhand erhielten. Wie wichtig übrigens die Gliederung derMannschaft bei der Belagerung einer Stadt war und wie die Verteidigungselbst die politische Gesinnung der Bewaffneten zu berücksichtigen hatte, gehtaus mehreren Abschnitten der Schrift des Äne'as Ta'ktikus über die Verteidi-gung der Städte klar hervor. Vgl. Äneas 2, 3, 5 und 10.