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4 (1895) Politik
Entstehung
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Sechstes Kapitel.

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Feinde der Verurtheilten nämlich trieben ihren Partheihaß so weit,daß sie sie auf offenem Markte an den Schandpfahl binde» ließen.

11. Viele Oligarchiecn sind auch wegen eines allzu despotischenRegiments der Oligarchen von Mißvergnügten aus der Vollbürgerschaftselbst gestürzt worden, wie die zu Knidus und Ehios Ost bringtauch ein bloßer Zufall die Revolution in der eigentlichen Republik undin den Oligarchiecn hervor, in welchen die Bekleidung einer Naths-odcr Nichterstelle oder eines andern Amtes an einen gewissen Lensusgeknüpft ist. Ost nun war der Census zuerst den damaligen Zeitum-ständen gemäß richtig angesetzt, so daß nach ihm in der OligarchieWenige, in der Republik der Mittelstand Antheil an der Negierungerhielt. Dann aber traf es sich, daß in Folge eines langen Friedens,oder sonst durch gute Zeiten der Wohlstand so zunahm, daß dieselbenBesitzungen im Werth viel höher stiegen, und die Folge war dann,daß alle Bürger in den Besitz des gesetzmäßigen Vermögens und mitdiesem zum Antheil an der Regierung gelangten, eine Umwandlung,die sich bald allmählig, langsam und geräuschlos, bald aber auchschneller vollzieht.

12 . Dies sind also die Ursachen der Revolutionen und Umwäl-zungen in de» Oligarchiecn, wobei im Allgemeinen noch zu bemerkenist, daß Demokratie«! und Oligarchiecn zuweilen nicht in die entgegen-gesetzten, sondern in gleichartige Versassungsformen übergehen, alsoz. B: aus gesetzlich geordneten Demokratie«! und Oligarchiecn despo-tisch willkührliche werden und umgekehrt.

Sechstes Kapitel.

In den Aristokratie«! dagegen entstehen Revolutionen einesKap.7Thcils dadurch, daß nur Wenige im Besitz der Ehrenämter sind, wasals ein Beweggrund zu Revolutionen in Oligarchiecn schon angeführtist. Denn die Aristokratie ist in gewissem Betracht auch als eine Oli-garchie anzusehen, da in beiden Verfassungssormen nur Wenige regie-

!?.->) Bal. Kprtnm a. a. O. S. 104 und l>3.