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4 (1895) Politik
Entstehung
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293
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Viertes Kapitel.

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2. Als in Kos') schlechte Demagogen ihr Wesen trieben, warddie Demokratie gestürzt, denn die Vornehmen traten zusammen; undin Modus geschah dasselbe. Hier brachten die Demagogen eine Vcr-theilnng der öffentlichen Gelder in Gang, während sie die Auszahlungder schuldigen Summen an die Ausrüster der Staatsgaleercn ver-hinderten. Nun wurden diese Leute wegen der von ihren Gläubigerngegen sie anhängig gemachten Proteste gezwungen zusammenzntretenund die Demokratie abzuschaffen. So ward auch in Heraklea^) gleichnach der Gründung der Kolonie durch die Schuld der Demagogen dieDemokratie gestürzt, die von ihnen fortwährend gequälten Vornehmengingen in die Verbannung, sammelten sich hier, kehrten zurück undhoben die Demokratie auf.

3. Einen ähnlichen Untergang der Demokratie finden wir inMegara. Hier vertrieben die Demagogen, nach Vermögenskonfiskatio-nen lüstern, viele Vornehme, bis der Verbannten so viele wurden, daßsie znrückkchrten, in ordentlicher Schlacht das Volk besiegten und Oli-garchie einrichtcten 4). Dasselbe Schicksal erfuhr die Demokratie inKyme b), die Tbrasymachus umstürzte, und so wird man bei nähererBetrachtung finden, daß in fast allen andern Staaten die Umwälzun-gen der Verfassungen in dieser Weise vor sich gingen. Entweder näm-lich kränken die Demagogen, um sich'beim Volk beliebt zu machen, dieVornehmen, indem sie ihr Vermögen durch Konfiskation, oder ihreEinkünfte durch Abgaben für Staatsleistungen erschöpfen, und trei-

Insel lm Jkarischen Meer, von Dorern kolonisirt, daß Vaterland desberühmten Arztes HippokrateS. Sine Nebersicht über den Wechsel der Verfas-sung giebt Müller. Dorier II, 148.

2, Sic heißen Trierarchen, weil sie die Trieren, die Staatsgaleeren auS-znrüsten hoben. Diese Ausrüstung gehörte in Athen zu den regelniüßige»StaatSleistnngen. Der Trierarch, meist ein vermögender Monn, rüstete dortdoS Schiff onf eigene Kosten ouS und hielt eS in gutem Stand. Der Staatgab nur das leere Schiff und de» Sold lür die Mannschaft.

5- Heraklea, eine Kolonie von Megara, lag am Pontns. S. Mül-ler a. ». O. I>, >7l. Die hier erwähnte Revolution brach waürscheinlich imJahr Zl>4 v, Shr. aus. Die reiche Stadt lag am Saum der Persischen Herr-schaft, und hielt, wie manche anbere Kvlonieen, die umwohnenden Barbaren dieMariandyner in Unterthänigkeit.

V-rgl. Kap. 2.