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Aristoteles, Politik.
6. Auch Verachtung bewirkt Ausstände und revolutionäreErhebungen, wenn, wie cs z. B. in den Oligarchieen der Fall ist,die von der Staatsverwaltung Ausgeschlossenen die Mehrzahl bildenund sich nun ihrer Überlegenheit bewußt werden; ferner, wenn in denDemokratien die Reichen aus Veranlassung der herrschenden Un-ordnung und Anarchie die Verfassung umstoßen. So ward auch inTheben nach der Schlacht bei OnoPhyta° die Demokratie wegen derschlechten öffentlichen Verwaltung gestürzt, ebenso unterlag in Megaradas Volk wegen der dort herrschenden Unordnung und Anarchie. ?Dasselbe trat in Syrakus^ vor Ke'lons Tyra'nnis ein und auf
6. Am 62. Tage nach ihrer Niederlage bei Ta'nagra <456 v. Chr.)unternahmen die Athener wieder ihren Angriffszug gegen Böotien undsiegten unter Myrwnides gegen das gesamte thebanisch-böotische Heer. DerZweck der Unternehmung war, die böotischen Städte der oligarchischenVorvrtschaft Thebens zu entziehen, die ersteren demokratisch einzurichtenund der letzteren die Demokratie aufzuzwingen, zu welchem Plane die hierwie in allen Städten vorhandene dcmokratrsche Partei benutzt wurde. DieAthener dachten nicht daran mit den so gewonnenen Städten Sympolitiezu errichten; die Demokraten trieben es arg, und so ging die Demokratieund mit ihr der Besitz dieser Städte für Athen verloren.
7. In Me'gara folgte auf die Oligarchie die Tyrannis des Thea'-genes, die, als durch Mithilfe des Volkes gegründet, schon den Einflußder Volksgewalt zeigt. Nach seinem Sturze erfreuten sich die Megarensereine Zeitlang einer guten Verfassung, bis etwa zur Zeit der Perserkriegedie Demokratie überhandnahm. Noch später ward es durch die immermehr um sich greifende Demagogie so arg, daß das Volk von den geliehenenKapitalien keine Zinsen mehr zahlte, sogar die bezahlten wieder zurück-forderte, die Tempel und die Häuser der Reichen plünderte und viele Edleverbannte, um ihr Vermögen zu konfiszieren. Als es dem Adel gelangzurückzu,kehren, wurde eine harte Oligarchie eingerichtet, in der die öffent-lichen Ämter eine Zeitlang nur aus solchen besetzt wurden, welche gegendas Volk mitgefochten hatten. Vergl. Müller, Dorier II, 167.
8. In Syraku's, der korinthischen Kolonie auf Sizilien, herrschtenzuerst die edlen Geschlechter, die Eigentümer von Grund und Boden.Gegen diese erhob sich das Volk, das sich mit den Fronknechteu der Edlenverbunden hatte, und richtete Demokratie ein um 493 v. Chr. Aber disDemokratie war so ungeordnet, daß sich das Volk dem Ge'lon in die Händegab (485 v. Chr.), der die adligen Grundbesitzer zurückführte, aber sich selbstzum Alleinherrscher machte. Müller, a. a. O. 158. In Rhodus erfolgtenach Wiederherstellung der Oligarchie die Zusammenführung einesgroßen Teiles der edlen Geschlechter aus den Städten Lündus, Jallysus undKami'rus in eine Stadt Rhodns, wodurch die Oligarchie neu befestigt