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4 (1895) Politik
Entstehung
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279
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Fünftes Buch. Zweites Kapitel.

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Zweites Kapitel.

Da wir ermitteln wollen, woher die Aufstande undRcvolutionenin den Verfassungen entstehen, so sind die Anfänge und Ursachenderselben zuerst im allgemeinen zu betrachten. Ihrer sind, um es inKürze zu sagen, etwa drei an der Zahl, und wir wollen sie einzeln, ineinem allgemeinen Umrisse zunächst zeichnen. Wir müssen demnachunter den Ursachen der Revolutionen die sittlichen Zustände und dieZwecke und drittens die Veranlassungen ins Auge fassen, welche diebürgerlichen Unruhen und innerlichen Zwiste zum Ausbruch bringen.

Unter den Ursachen nun, welche die Bürger zu einer Umwälzungüberhaupt geneigt machen, nimmt jene, die wir bereits besprochen,die erste Stelle ein. Getrieben, die Gleichheit durchzusetzen, empörensich die einen, wenn sie sich zurückgesetzt glauben, während sie sichdoch den Bevorzugten gleich achten; nach Ungleichheit und Bevorzu-gung trachtend, erheben sich die anderen, wenn sie bei ihrer vermeint-lichen Überlegenheit dennoch nicht größere Rechte haben als die an-deren, sondern nur gleiche oder gar geringere. 2. Diese Ansprüchekönnen bei beiden in gewissen Fällen gerecht, in anderen dagegenungerecht sein. Denn es finden Empörungen statt, wenn diejenigen,welche zurückgesetzt sind, die Gleichheit durchsetzen, und ebenso wenndiejenigen, welche den anderen gleich sind, größere Rechte erlangenwollen, und diese Angaben mögen zur Bezeichnung der Zustände, diesie zur Empörung treiben, genügen. Die Dinge aber, um die es sichbei Revolutionen handelt, sind Vorteil und Ehre oder das Vermeidenihrer Gegenteile; denn das Bestreben, den Verlust der bürgerlichenEhre (Atimi'e)i, oder eine Strafe von sich oder von seinen Freundenabzuwenden, bringt die Parteien in den Staaten ebenfalls zurRevolution.

3- Jetzt zu den Einzelursachen und Veranlassungen der Bewe-gungen, aus denen die bezeichnet« Neigung der Bürger zum Aufstand

I. Wenn der Bürger mit derAtimie" belegt ward, so waren alleseine Vorteile, Rechte und Freiheiten, die er eben als Bürger genoß, fürihn verloren.