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4 (1895) Politik
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Aristoteles, Politik.

Groß- und Kleinhandel abgeben,' der vierte ist der der Tagelöhner;den fünften bildet der Soldatenstand, dessen Dasein ebenso notwen-dig ist als das der anderen, wenn man nicht dem ersten besten Angrei-fer als Knecht verfallen will. Denn es ist doch wohl ein unmöglichDing, einein Staate, der sich von Natur zur Knechtschaft eignete, dieehrende BenennungStaat" zukommen zu lassend Der Staat istsich selbst genügend, der Knecht nicht.

12. Von SostrateZb ist dieser Gegenstand in seinemStaate"recht artig, aber nicht befriedigend behandelt. Er behauptet dort, einStaat bestehe aus vier ganz notwendigen Bestandteilen, und nenntals solche den Weber, den Landbauer, den Lederarbeiter und denBaumeister. Geleitet von dem Gefühle, daß diese nicht hinreichen, fügter den Metallarbeiter, die Hirten für die notwendigen Viehherdenund weiter den Groß- und Kleinhändler hinzu und läßt durch diesealle die Lücken seines ersten Staates ausfüllen, als wenn überhauptder Zweck eines jeden Staates nur die Befriedigung der notwendigenBedürfnisse wäre und nicht vielmehr das Schöne, und derselbe derLederarbeiter und Ackerbauer gleich sehr bedürftig wäre; den dieWaffen führenden Teil aber verleiht er seinem Staate nicht eher, alsbis dieser durch Ausdehnung seines Gebietes und durch Berührungdes Nachbarlandes mit diesem in Krieg gerät.

13. Aber selbst wenn die vier, oder wenn sonst eine beliebigeZahl von Genossen zum Staatsverbande zusammentreten, so muß dochjemand da sein, der jedem sein Recht zuspricht und das Richteramtübt. Wenn nun bei einem beseelten Wesen die Seele als ein edlererBestandteil betrachtet werden muß, als der Leib, so hat auch in denStaaten ein derselben entsprechendes Element für etwas Höheres zugelten, als dasjenige, was nur zur Befriedigung der bloßen Notdurft

8. Zu Aristoteles' Zeit war in den griechischen Staaten bei vielengebildeten Menschen schon eine große Gleichgiltigkeit gegen Unabhängig-keit und Freiheit des Staates zu finden. Wenn sie selbst nicht herrschenkonnten, war ihnen jeder Herr recht. Es war das eine ähnliche wie einegewisse Partei unserer Tage, der auch die strengste Herrschaft nicht un-willkommen ist, wofern man sie nur Geld genug erwerben läßt, umerforderlichen Falls auf dieselbe einwirken zu können.

9. Plato, Staat, Buch II, x. 370.