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4 (1895) Politik
Entstehung
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Aristoteles, -Politik.

Gesetzgeber wohl erkannt zu haben, wie z. B. Solon verordnete undauch bei anderen-ein Gesetz besteht, welches verbietet, daß jemand soviel Grundbesitz erwerbe, als er will. Fast eben dahin zielen die Ge-setze, welche den Bürgern den Verkauf ihres Eigentums verbieten, wiez. B. bei den Lokrern ein Gesetz den Verkauf untersagt, wenn einernicht nachweist, daß ihn ein offenbarer Unglücksfall betroffen habe,und ein anderes, welches die alten Ackerlose fort und fort zu erhaltenvorschreibt. Und gerade die Aufhebung dieses Gesetzes zu Leu'kas^war es, die auch hier die Verfassung allzu demokratisch machte. Dennder früher für den Antritt von Ämtern erforderliche Census war nunnicht mehr aufrecht zu erhalten.

5. Es kann nun allerdings zwar Vermögensgleichheit in einemStaate stattfinden, aber der Betrag des Vermögens kann zu groß sein,und dann hat er ein üppiges Leben, oder er kann zu klein sein, unddann hat er ein kümmerliches Leben zur Folge. Hieraus erhellt, daßder Gesetzgeber sich nicht damit zu begnügen hat, die Vermögen gleichzu machen, sondern daß er auch ein Mittelmaß zu erzielen hat. Undhat man ferner ein Durchschnittsmaß des Vermögens für alle an-gesetzt, so ist auch damit noch nichts gewonnen; denn es thut viel mehrNot, in die Begierden, als in das Vermögen das ausgleichende Maßzu bringen, und das kann nicht anders geschehen, alswenn die sittliche Bildung des Volkes durch die Gesetzeeine genügende Höhe erreicht hat.

6. Hierauf möchte Phaleas vielleicht erwidern, daß geradedies auch seine Meinung sei; denn nach seiner Ansicht soll in diesenbeiden Dingen, in Besitz und Erziehung, Gleichheit in den Staatenherrschen. Aber er hätte dann die Erziehung näher bestimmen und sichnicht mit der unersprießlichen Angabe, daß sie eine und dieselbe seinmüsse, begnügen sollen. Denn sie kann eine und dieselbe, aber dabeiso beschaffen sein, daß ans ihr vorzugsweise das Bestreben entspringt,es anderen in Reichtum oder in Ehre oder in beiden zusammen zu-vorzuthun.

3. Leukas und Leuka'dia, eine Insel an der Westküste von Akarna-nien im Jonischen Meere, die von ihrem weißen Kalkboden den Namen (dieWeißschimmernde) führte.