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Aristoteles, Politik.
ist Anfang und Ende des Umsatzes, und dieser aus einein solchenGeldmachen entspringende Reichtum hat in der That keine Grenze.Denn wie z. B. die Heilkunst das unendliche Ziel, einen absolutenGesundheitszustand in der Welt herzustellen, als ihr Ideal verfolgt,und wie so eine jede Kunst nach einem unendlichen Ziele als Idealhinstrebt und in diesem Streben alle Kräfte aufbietet, dagegen wasauf dein Wege zu diesem Ziele hin liegt, als ein nicht unend-liches, gar wohl erreicht — denn ein bestimmtes endliches Ziel zuerreichen ist der Zweck aller Kunstthätigkeiten — ebenso kommt auchdieses Gelderwerbswesen nie an das Ende seines Zieles; denn dasZiel ist wieder diese Art Reichtum und das Geldmachen.
18. Die Thätigkeit der Hauswirtschaft dagegen hat jene Be-grenzung, welche der Thätigkeit des Erwerbens von Kapitalvermögenabgeht, weil ihr Geschäft ein anderes ist, als das genannte. Und inHinsicht auf die Hauswirtschaft scheint es, daß überhaupt allerReichtum eine Grenze haben müsse. Aber die Erfahrung lehrt dasGegenteil; denn alle im Geldgeschäfte Thätigen vermehren ihr baresGeld ins Unendliche. Daran ist aber die nahe Verwandtschaft vonhauswirtschaftlicher Thätigkeit und von Gelderwerb schuld, indembeide Erwerbsthätigkeiten über dieselben Mittel verfügend in derPraxis in einander hinüberspielen. Beide verfügen über denselbenBesitz, aber nicht in gleicher Weise, sondern der Zweck der einen istein von dem Gegenstände verschiedener, der Zweck der anderen ist dieVermehrung desselben, einZweck, den einige deshalb für das Endzielder Hauswirtschaft erklären und dabei bleiben, daß man die Geld-masse entweder erhalten oder ins Unendliche vermehren müsse.
19. Ein solches Verhalten entspringt aus dem ängstlichen Eifer,der mehr auf das Leben als auf den wahren Lebensgenuß gerichtetist. Es steigert sich jenes Begehren auf das Unendliche hinaus, unddaher trachtet es auch nach der Unendlichkeit der Mittel, um ihm Ge-nüge zu thun; und selbst diejenigen, welche denwahren Lebensgenußwollen, streben doch nach dem, was ihnen zu sinnlichen Genüssen ver-hilft; und da auch hierzu die Mittel in dem Erwerbe zu liegen scheinen,so jagen sie durchweg dem Gelderwerbe nach, und hieraus ist die zweiteArt jener Thätigkeit des Vermögenserwerbes entstanden. Im Über-flüsse besteht nämlich der Sinnengenuß, unddahertrachtetman auch nach