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Aristoteles, Politik.
Zn der Gliederung des Baues der Politik bemerken wirdrei deutlich in die Augen fallende Glieder. Sie erscheinen, wiedas bei einem architektonischen Kunstwerk sich dem prüfenden Blickimmer ergibt, Abschnitt bildend, auf ihre Fortsetzung hinweisendund dadurch ihre eigene und des Ganzen Bedeutung aussprechend.Diese Abschnitte sind erstens ein spekulativer Teil, der daserste, zweite und dritte Buch umfaßt; zweitens ein theoretisch-praktischer, bestehend aus dem vierten, fünften und sechstenBuche, und drittens ein konstruktiver Teil, der, durch dassiebente und achte Buch gebildet, die beiden ersten Teile umschließt.Diese drei Hauptteile hatte Aristoteles am Schlüsse seiner Ellhikin unserem auf die Ethik folgenden Werke der Politik wissen-schaftlich auszuführen versprochen, und er hat sein Versprechengehalten.
Richten wir des leichteren Verständnisses wegen unfern Blicknicht auf die Folge, in welcher diese Teile sich einander auf-nehmen, sondern zuerst auf den Anfang und auf das Ende, auf dieGrundlage und auf den Schluß des herrlichen Baues. DieseGrundlage, auf deren granitner Dauerbarkeit das ganze Gebäudeerrichtet ist, ist der Aristotelische Staatsbegriff. Die in die Tiefeder menschlichen Natur weit hineinreichende Wichtigkeit und fastunermeßliche Bedeutung dieses Begriffs, dessen Auseinandersetzungin dem sechsten Abschnitte des ersten Kapitels dieser Einleitunggegeben ist, ist fast allein schon genügend, den zweiten Abschnittder Politik zu erklären und rechtfertigt den Schluß derselben.Erst dadurch, daß man lernt, ein wie unendlich bedeutendes Wesenver Staat ist, erhält auch die Frage ihre Bedeutung: Welchesist die beste Verfassung eines Staates? Ihre Behandlung fülltden Schluß des ganzen Werkes, das siebente und achte Buch, aus.Betrachten wir diesen Teil näher.
Aristoteles ist kein Empiriker in dem gemeinen Sinne desWortes. Es ist nicht seine Absicht gewesen, sich für die beste derbestehenden Verfassungen nach reiflicher Erwägung zu entscheiden,sondern er hat im Sinne gehabt, eine ideale Verfassung, die