Einleitung. Zweites Kapitel.
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diktion. An interessanten Bemerkungen über den Stand derwissenschaftlichen Kenntnisse, überhaupt dessen, was wir allgemeinegeistige Bildung nennen, an ähnlichen Angaben über die Institutedurch welche diese Bildung erworben ward, an Angaben über diedem Staate vorzugsweise eigenen Bräuche, Sitten und Feste imPrivat- und politischen Leben, über den religiösen Kultus, überdie den Staat auszeichnenden Erfindungen, sowie an ehrenvollerErwähnung der im Staatsdienste, in Wissenschaft und Kunstnamhaft gewordenen Personen hat es nicht gefehlt. Und wennwir auf gewisse Andeutungen in den Fragmenten, sowie auf denUmstand, daß Grammatiker und Lexikographen diese Politieendurchsuchten, nicht zu viel Gewicht legen, so behandelte der Ge-schichtschreiber auch dialektische Eigentümlichkeiten und verweiltemit besonderer Vorliebe bei den einer Ärtlichkeit eigenen Sprich-wörtern, die später aus diesem Werke ausgezogen vielleicht mitUnrecht als ein eigenes Werk des Philosophen von Diogenes vonLaerte^ angeführt werden. — Dies etwa ist nach genauer Zu-sammenstellung der vorhandenen Bruchstücke und dessen, was ausihnen mit unabweislicher Notwendigkeit gefolgert werden muß,der Hauptinhalt einer jeden Politie gewesen.
Die Darstellung in diesem Werke ist gewiß eine geordneteund ^ zusammenhängende gewesen und hat nicht den Charaktereiner, wenn auch nach einem leitenden Grundprinzip zusammen-getragenen, Kollekta'neensammlung gehabt. Ein sehr anmutig ge-schriebenes Stück von ziemlicher Ausdehnung aus der Nckxier-politie^ liefert nebst mehreren anderen hierzu den Beweis. —Über die spezielle Anordnung der Materien ist aus den übrig-gebliebenen Bruchstücken nur wenig zu entnehmen. Indessenhaben wir doch ein paar Nachrichten, die wegen , des großenInteresses, das man an diesem Werke genommen hat, unsereAufmerksamkeit verdienen. Dio'genes von Lae'rte sagt nämlich in
16. V, 26 und Menage's Bemerkungen zum Diogenes, S. 197.
17. Bei Athenä'us VIII, S. 348,