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Aristoteles, Politik.
steller die Werke seiner Vorgänger ganz frei und rücksichtslos be-nutzte und das oft in einer Weise, welche bei uns als Plagiatgelten müßte. Endlich lag es in der ganzen Anlage des riesigenSammelwerks, schon durch den Raum, den es einnahm, und durchdie Masse und die Menge Teile, die es enthielt, daß es derTrennung und Vereinzelung offen stand. Wer es vorzugsweiseim Sinne hatte, die Politik der Athener zu studieren, stand ge-wiß gern davon ab, die übrigen 157 Politiken zu kaufen. Wereinen Teil lesen wollte und etwa auf Reisen war, der hatte diesenTeil abgesondert. Das Altertum liebte solche Absonderungenseiner Bücher; und wie hätten sie hier nicht stattfinden sollen,da ein Sammelwerk dieser Art die Form des fortlaufenden Zu-sammenhangs ohnehin ausschloß. Von den Politiken des be-rühmten Dikäa'rchos sagt Ci'cero in einem Briefe an seinenFreund Allticus^: „Die Politie der Pellenä'er hatte ich inHänden und steckte knietief im Dicäarchus. Es ist ein gewaltigerMensch, von dem man mehr als vom Proci'lius lernen kann. DiePolitie der Korinther und die der Athener wird wohl in Romgeblieben sein." Ein kurz hingeworfenes Wort; aber es erhelltwie ein scharfes Streiflicht dies von dem unseligen so ganz ab-weichende Lese- und Bücherleben! Im übrigen haben wir es alskeinen großen Verlust zu empfinden, daß wir die Gesamtzahl derPolitiken nicht mit völliger Bestimmtheit angeben können. Wirwissen aus einer Angabe Cicero's^, daß Aristoteles fast allegriechischen Staaten beschrieb, d. h. daß in diesem Werke dieGeschichte und Verfassungsdarstellung aller derjenigen enthaltenwar, welche auf ein eigenes, selbständiges politisches Leben An-spruch machten. Dies lehrt ein Blick auf die vorhandenenBruchstücke, unter welchen man Teile der Politieen ganz unbe-deutender Städte und Znselchen, wie z. B. Te'nedos, Me'los,Te'nos, OroPos findet, und vielleicht ist auch der aus iSlcuv oder
7. Cicero, Briefe an Atticus.
8. Cicero, Vom höchsten Gut nnd Übel V, 2.