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4 (1895) Politik
Entstehung
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Einleitung. Zweites Kapitel.

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Gesetz oder durch welche Ursachen es sich in verschiedenen Staaten,hier reiner dort unreiner, entwickelte; und unterstützt von einerreichen Kenntnis der verschiedenen Formen und Gestalten des-selben Wesens konnte er durch die vorhin erklärte Synthese derEmpirie höchst triftige Verbesserungsvorschläge machen, währendPlaton da, wo er mit praktischen Vorschlägen hervortrat, nichtselten lächerlich ward. Der eine zeigt sich fast immer als ab-strakten Idealisten und Revolutionär, während der philosophischeBeherrscher der Erfahrung fast niemals die gemeine Heerstraßedes routinierten Positivismus betritt, sondern dem Bestehendennur eine ebenso gerechtfertigte als wohlthuende Würdigung zuteil werden läßt. Gibt es für die Verdeutlichung dieses Unter-schiedes ein interessanteres Beispiel, als die Art, wie beide großePhilosophen z. B. die Medizin geübt wissen wollen? Platonwill den entschieden Kranken und besonders den hinsiechendenLeidenden, sowie den, der wegen seiner kränklichen Leibesbeschaffen-heit zu einer großen und anhaltenden Vorsicht aufgefordert wird,ohne weiteres sterben lassen; Aristoteles dagegen dringt darauf,daß auch derjenige, der aufzugeben sei, nach allen Regeln derArzneiwissenschaft richtig behandelt werde. Die Platonische unddie Aristotelische Behandlungsweise des Staates find gerade soverschieden, wie die sozialistische und ökonomistische Behandlungs-weise der Gesellschaft verschieden ist. Die Ökonomisten beobachtenden Menschen, die Gesetze seiner Organisation, und suchen so diegesellschaftlichen Verhältnisse zu ermitteln, die aus diesen Gesetzenentspringen. Die Sozialisten entnehmen aus der Phantasie undaus dem Verlangen ein Bild der Gesellschaft und stellen dannan den Menschen dieser Gesellschaft die diesem Phantasiebilde ge-mäßen Forderungen.

Die Betrachtung des Aristotelischen Politieenwerkes führtevon selbst zu den Mitteilungen über die Verschiedenheit derpolitischen Methode beider Philosophen. Es ist nun aber wohlder Mühe wert, die wichtigsten Nachrichten über dies große, fürimmer verloren gegangene Werk zum Nutzen des Lesers der