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Aristoteles, Politik.
die Menschen schon unwiderstehlich zur Vereinigung mit ihres-gleichen und zur Bildung des Staates drängen, eben weil dieTeile immer zu einer Verbindung zum Ganzen hinwollen, ohnewelches sie nichts sind. Gäbe es Menschen, die an einer solchenVerbindung nicht teilnehmen könnten oder derselben aus Allgenüg-samkeit nicht zu bedürfen meinten, so müßte man solche entwederunter oder über die menschliche Natur stellen, sie für Tiereoder für Götter erklären.
Dies ist in den allgemeinsten Umrissen Aristoteles' Ansichtvom Staat, und wer sie unbefangen betrachtet, der muß überraschtwerden, daß so kleine Erscheinungen, wie die griechischen Staatenwaren, so große Gedanken ihres Wesens erzeugen konnten. Daßein so verstandener Staat absolut sein mußte, wird durch dieseallgemeine Ansicht nun wohl noch erklärlicher. Man wird wohlnicht fehlgreifen, wenn man in ihr die Ansicht der gebildetenGriechen überhaupt sieht. Schon daß der große Denker sie soaussprach und hinstellte, wie er es gethan, daß er sie als Grund-lage für fernere Entwickelungen an vielen Stellen seines Werkesteils voraussetzt, teils mit weiteren und bedeutenden Zügen aus-stattet, dies und noch anderes berechtigt uns zu der Annahme,daß seine Zeit für sie vollkommen vorbereitet war und daß ernur in der ipürdigsten und vollkommensten Form dasjenige aus-sprach, was mehr oder weniger entwickelt im Bewußtsein seinerZeit vorhanden war. Für die große Masse des eigentlichenVolkes war freilich der Staat ein segensreiches Geschenk derGötter, und weise Gesetzgeber und Hero'en waren bei der Grün-dung gesellschaftlicher Ordnungen von den Göttern selbst undunmittelbar unterstützt worden. Aber dergleichen Auffassungenwerden zu allen Zeiten als ein Eigentum des weniger gebildetenTeils der Bevölkerungen angetroffen. Was hatten im Altertumdie Götter nicht eingerichtet, und was ist es, das in christlichenStaaten nicht auf Gott, den allmächtigen Schöpfer Himmelsund der Erden zurückgeführt werden müßte? Aber wir werden