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Aristoteles, Politik.
Geschlechter (As'rckss), und die Vereinigung mehrerer Geschlechterbildete die Stämme. In solche Geschlechterstämme zerfallenalle alten Staaten, der der Inder, der Juden, der Perser, derRömer. Es reicht diese eigentümliche Art der Genossenschaft bisin das Mittelalter, ja bis in die Neuzeit hinein. Sie werdenebensowohl bei den Arabern angetroffen, als bei den Clans derHochschotten, unter welchen fünftausend waffenfähige Campbellsden Herzog von Argyle ihren Vetter nannten. Gleichwohl sinddie Geschlechter nicht mit einander verwandt, sondern sie sind nurpolitisch zu einander gehörig. Zn den frühesten Zeiten erscheinensie streng geschlossen. Niemand kann in sie hineinkommen; nurwer in einem Geschlechts geboren ist, der gehört zu ihm. Diestrengste Form der Geschlechter und Stämme ist kastenartig: ihreMitglieder haben dieselbe Lebensweise, es existierte ein Erbrechtunter ihnen, sie hatten innerhalb des Stammes sich zu verheira-ten und besaßen einen gemeinschaftlichen Begräbnisplatz. Siehatten unter sich Versammlungen, Gerichte, sowie besonders ge-meinschaftliche Heiligtümer. Zn der geschichtlichen Zeit erscheinensie, trotzdem daß sie noch lange Zeit bestehen, schon gebrochen,ihre politische Bedeutung geht in der Entwickelung des griechischenStaates, wie in der Kürze hier gezeigt werden soll, unter, so daßselbst Aristoteles wenig Rücksicht auf sie nahm. Zn der Zeit, dadie Griechen sich selbst mit ihren Altertümern beschäftigten, werdenuns wohl zahlreiche Schriftsteller namhaft gemacht, die über Wesenund Bedeutung der Geschlechter und Stämme Forschungen an-gestellt hatten, aber ihre Schriften sind verloren gegangen. Unterdiesen Umständen ist es als ein Glück anzusehen, daß in denitalienischen und deutschen Städten und an anderen Orten ähn-liche Verhältnisse wiederkehrten, welche besonders von dem großenHistoriker Niebuhr beobachtet und zur Aufhellung der ältestengriechischen Geschichte verwandt worden sind.
Der griechische Staat bestand nun seit uralter Zeit auseiner Anzahl solcher Assoziationen. Die Genossen dieser Geschlechter(xutri'oii, — deutsch heißt ein dazu gehöriges Individuum