Druckschrift 
7 (1893) Vier Bücher über die Teile der Tiere, Naturgeschichte der Tiere
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

75

sprang, man mußte ihm aber helfen, die Vorderbeine emporzuhcben.Die Stuten sangen im Frühlinge an, sich bespringen zu lassen. Wenneine Stute geworfen hat, so wird sie nicht gleich darauf wieder trächtig,sondern setzt eine Zeitlang aus und wirft am besten im vierten oderfünften Jahre nach dem Werfen; ein Jahr muß sie aber nothwcndigaussctzen und gleichsam brach liegen"). 6. Die Stute wirft also, wiegesagt, in Zwischenräumen, die Eselin") dagegen in einem fort. Esgibt indeß auch Stuten, welche ganz und gar unfruchtbar sind, andereempfangen zwar, können aber nicht austragcn. Ein Anzeichen hievonsoll sein, wenn der geöffnete Embryo andere nierensörmigc Körper nebenden Nieren ^ 2) hat, so daß er vier Nieren zu haben scheint. Sobalddie Stute geworfen hat, so verschlingt sie sofort das Chorion und frißtvom Füllen das ab, was an dessen Stirn festgeheftet ist und Hippo-manes") heißt; es ist an Umfang kleiner als eine getrocknete Feige,an Aussehen breit, rund und schwarz. Wenn jemand dies zuvor hin-wegnimmt und die Stute es merkt, so wird sie wild und raset nach demGerüche. Daher suchen und sammeln es auch die Zauberinnen").Wenn eine von einem Hengste belegte Stute von einem Esel besprungenwird, so vernichtet dieser den bereits gebildeten Embryo"); die Pferde-züchter bestellen keine Führer für die Pferde, wie für die Rinder, weildie Natur derselben nicht beständig, sondern flüchtig und leicht beweg-lich ist.

20) 6k. äs §sn. LN. II, 8, daß dies nicht nothwcndig ist, beweiset, daß manjetzt schon 9. Tage nach dem Werfen den Hengst wieder zuläßt.

'^) lesen die Handschriften. Daß hier aber ^ 62 0^05 zu lesen

ist, geht schon daraus hervor, daß ja der Maulesel gar nicht oder nur ausnahms-weise werfen sollte, auf ihn also das hier Angegebene gar nicht passen würde;ok. äs §sn. LN. II, 7 und 8. Sollte aber der Lr/ 7I der

eine besondere Art ist, gemeint sein, so würde ihn Arist. durch den Zusatz bezeich-net haben.

22) Hiemit sind wohl die Nebennieren (rsnos susosuturlati) gemeint, die in-deß bei allen Vorkommen. Daß ihr Vorhandensein somit ein derartiges Anzeichennicht bietet, ist selbstverständlich.

22) §71770, ok. oben VI, 17, Anm. 13. Die hier gegebene Be-schreibung paßt nur auf Meconiurnballen, sog. Füllenpech.

2'ft 6k. oben VI, 17, Anm. 15.

2 ^) 6k. List. an. VI, 23, I; äs §sn. Ln. II, 9 ist übrigens Theorie.