Druckschrift 
7 (1893) Vier Bücher über die Teile der Tiere, Naturgeschichte der Tiere
Entstehung
Seite
121
Einzelbild herunterladen
 

121

Gestirne und wenn der Sinns >^) niedersinkt, aus der Luft nieder-sällt. Ueberhaupt aber bildet sich vor Ausgang der Plejaden ") keinHonig. Das Wachs bereiten sie also, wie gesagt, aus Blumen; daßsie aber den Honig nicht bereiten, sondern den herabfallenden sam-meln , beweiset dies: die Bienenzüchter finden nach ein bis zwei Tagendie Stöcke voll von Honig; ferner gibt es im Herbst noch Blüthen,aber keinen Honig, wenn er weggenommen wurde. Wenn nun dergesammelte Honig bereits weggenommen wurde und keine weitere Nah-rung oder nur wenig mehr im Stocke vorhanden ist, so würden siefrischen eintragen, wenn sic ihn aus Blüthen bereiteten. 5. Der Honigwird durch Kochung dicker; anfangs ist er nämlich wie Wasser undbleibt auch einige Tage hindurch flüssig, daher hat er, wenn er in die-sen Tagen ausgeschöpft wird, keine Konsistenz; binnen höchstens zwan-zig Tagen aber verdichtet er sich. Dies läßt sich auch gleich am Ge-schmack^) erkennen; er unterscheidet sich nämlich durch Süßigkeit wiedurch Dichtigkeit. Die Biene sammelt von allen Blüthen, welche imKelche blühen und von den übrigen, soweit sie Süßigkeit enthalten,ohne der Frucht zu schaden; die Säfte derselben nimmt sie mit demzungenartigen Theile ans und trägt sie fort'7). 6. Man zeidelt aber

der» ließen ihn aus der Lust, wie den Thau, auf die Pflanzen niedcrfallen. ok.lüin. Inst. und. XI, 12.

*3) Die vulgäre Lesart ist: r) ftiex. Der 6ock. vati-

ticanas 282 hat und Plinius hatte offenbar diese Lesart vor sich, denn

er ''gibt die Stelle so wieder (XI, 12): Vonit üoo 6X aero st maxims siäornmexortn xrasoipuoguo ipso Sirio oxsxlonäosoonto kt- nss oiauino plins Vorgilio-rum oxortu sndlnoanis tomporidus. Was der Regenbogen hier solle, ist nicht wohleinzusehen.

iH 7r§o )7/iitcrckox also in der ersten Hälfte des Mai.

13) die Kochung spielt bei den alten Physiologen eine sehr

wichtige Rolle, da sie zur Erklärnng von allerlei Vorgängen, z. B. der Verdau-ung, des Reifens der Früchte, der Eiterbildung u. s. w. dienen mußte.

ib) lese» die Handschriften und dies gibt einen ganz guten Sinn,

da der durch Verdunsten conccntrirte Honig natürlich süßer schmeckt wegen verhält-nißmäßig größeren Gehalts von Krümclzucker; eine Conjectur vikli. oder

Wimm.-Aub.) ist daher unnöthig.

i^1 Diese ganz richtige Darstellung steht mit dem oben sud. 4 Mitgetheiltenkeineswegs im Widerspruch; dort ist nur von dem Entstehen des Honigs aus derLuft die Rede, nicht von der Art, wie die Bienen ihn von den Pflanzen einsam-mein. Sie sammeln den Honig ans den Honigbehältern (Ncctarien) der Blüthen