Ueberhaupt darf man nicht vergessen, daß, wie bei den Pflanzen undVierfüßlern die Ortsverhältnisse einen wesentlichen Unterschied be-dingen, nicht blos bezüglich des sonstigen körperlichen Wohlbefindens,sondern auch in Hinsicht auf das häufige Paaren und Frucht bringen,daß so auch bei den Fischen die Lokalitäten eine große Verschiedenheitnicht blos rücksichtlich der Größe und Wohlgenährtheit, sondern auchhinsichtlich des LaichenS und der Paarung bewirken, so daß dieselbenFische hier häufig, dort selten laichen.
Zehntes Kapitel.
1. Auch die Kopffüßler legen im Frühlinge und zwar gehörtdie Sepie 2) zu den Seethieren, welche am frühesten laichen. Sie legtaber zu jeder Tageszeit und wird damit in fünfzehn Tagen fertig.Wenn sie die Eier gelegt hat, so ergießt das sie begleitende Männchenden Samen darüber hin und sie werden fest. Sie ziehen aberpaarweise; das Männchen ist bunter als das Weibchen und am Rückendunkler. Der Octopus^) paart sich im Winter, legt aber im Frühlinge,wo er sich auch zwei Monate hindurch verborgen hält. Er legt abereine Eiermasse wie eine Traube, ähnlich den Kätzchen der Silberpappel.Das Thier ist aber sehr fruchtbar, denn aus dem Gelegten kommt eineunglaubliche Menge. Das Männchen unterscheidet sich vom Weibchen
>) — ok. Theile der Thier: 8. 48, Am», ü und S. 123,
Anm. I.
2) Syere« — ok. Theile der Thiere 8. 123, Anm. r.
TrecS«»- Mp«»- — lann hier nichts anders heißen als zu jeder Tages-zeit. Eine Konjectur ena-n Wiinmcr-Aubert) scheint daher ganz grund-los, da alle KodiceS einstimmig rittet«»- haben. PliniuS (IX. 7 4)
übersetzt freilich omnibus monsidus.
'') Aöpoi- — Andere lesen T-v/ian. Daß erstereS die richtig« Lesart isi,kann kaum zweisclhast sein; es ergibt sich dies aus der ganzen aristotelischen Auf-fassung des 8achverhaltS und seiner physiologischen Anschauung, wie sie Aristotelesnamentlich bist. LN. VI, 12, 2—3 und gou. an. III, 6 darlegt. PliniuS(diot. vat. IX, 7 41 scheint gelesen zu habe». Daß Klllb im Unrecht
ist, wenn er (x. S4S, Anm. 3) meint, Aristoteles habe eine andere Auffassungdes Sachverhalts, beweiset das in unserer Anm. 6 zum Kap. L diese« BuchesDargelegte.
5) Tko^vTiovL — ck. Theile der Thiere 8. II, Anm. I und 8. 127.