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diejenigen, welche von Geburt an taub sind, werden auch stumm; eineStimme geben sie wohl von sich, aber keine Sprache. Die Kinderchenaber, wie sie auch der übrigen Theile nicht mächtig sind, so auch an-fangs nicht der Zunge; auch sie ist unentwickelt und löst sich erstspäter, so daß sie lange Zeit lallen und stammeln. Sowohl Stimmeals Sprache sind aber verschieden nach den Gegenden. 9. An derStimme macht sich vor allem die Höhe und Tiefe bemerklich, die Artist jedoch bei derselben Gattung nicht verschieden; in der Gliederungdagegen, welche man wohl als eine Sprache bezeichnen möchte, zeigensich sowohl bei andern Thieren Verschiedenheiten, als auch in derselbenLhierart nach dem Aufenthaltsorte; wie z. B. beim Geschlecht derSteinhühner; manche nämlich rufen, andere schreien. Auch von denkleinen Vögelchen lassen einige beim Singen nicht dieselbe Stimmehören, wie die Alten, wenn sie fern von den Alten ausgefttttert wurdenund andere Vögel singen hörten. Man hat schon beobachtet, daß eineNachtigall ein Junges anleitete ^), so daß die Sprache keineswegs ingleicher Weise, wie die Stimme angeboren, sondern der Nachbildungunterworfen ist. Auch die Menschen lassen zwar dieselbe Stimme hören,nicht aber dieselbe Sprache. Der Elephant bringt auch ohne den Rüs-sel durch den Mnnd selbst eine hancharlige Stimme hervor, wie wennein Mensch ausathmet und seufzt, mit dem Rüssel aber eine demSchmettern einer Trompete ähnliche.
Zehntes Kapitel.
1. Rücksichtlich des Schlafes und Wachens ") der Thiere ist esdurch die Beobachtung klar, daß alle mit Füßen versehenen rothblüti-gen Thiere schlafen und wachen. Alle nämlich, welche Augenliderhaben, ergeben sich dem Schlafe, indem sie dieselben schließen. Fernerscheinen nicht nur die Menschen zu träumen, sondern auch Pferde,Hunde, Rinder, ferner auch Schafe und Ziegen und die ganze Klasseder lebendiggebärenden Vierfüßler. Die Hunde verrathen es aber
M) Statt bes vulgären ist mit Pikkolos zu lesen.
3-) Dgl. ?Iin. bist. uü.t>. X, 48.
lieber den Inhalt dieses Kapitels vgl. besonders üs «omu. st vixil.; äsinsomn. und kliu. kist. nat. X, 97—93.